De|ku|bi|tus

Syn.: Decubitus

decubitus ulcer

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die – meist superinfizierte – Nekrosen- u. Geschwürbildung der Haut oder der Schleimhaut als Folge chronischer örtl. Druckwirkung (evtl. auch Mazeration) u. der daraus resultierenden örtl. Mangeldurchblutung. Wird begünstigt durch Kachexie, allg. Dystrophie etc. Vork.: z.B. bei Bettlägerigkeit (als „Wundliegen“, s. Abb.), als Effekt eines schlechten Sitzes von Hilfsmitteln (Prothese, Bruchband, Pessar etc.). Zur Beurteilung der Risikofaktoren hat sich die Verwendung von Risikoeinschätztabellen bewährt (z.B. Norton-Skala, Tab.). Stadien: Die Einteilung bereits bestehender Dekubitalgeschwüre erfolgt am zweckmäßigsten anhand der SHEA-Scale bzw. der Dekubitusstadien (Tab.). Prophyl.: Dekubitusprophylaxe sowie die Behandlung sekundärer Dekubitusfaktoren (Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Körperpflege v.a. bei Inkontinenz, Mobilisierung). Ther.: Die Behandlung von bestehenden Dekubitalulzera erfordert besondere Sorgfalt, bei Verdacht auf Infektion einer Nekrose sollte nach Keimbestimmung u. Resistenzprüfung eine systemische Antibiotikatherapie durchgeführt werden, da die Mortalitätsrate durch Sepsis im Zusammenhang mit Dekubitalulzera sehr hoch ist. Die Heilungsdauer bestehender Dekubitalulzera ist unterschiedlich, sie kann bei tiefen Schädigungen (bis in die Knochen) Monate bis Jahre betragen. Bei infektionsfreien Verhältnissen kommt eine plastisch-chirurgische Deckung des Defektes in Frage.

Verwandte Themen:

Aufliegen; Darmgeschwür; Dekubital...; Dekubitusprophylaxe; Druckgeschwür; Durchliegen; Fersendekubitus; Norton-Skala; Wundliegen

Ausgewählte Internet-Seiten:

Leitlinien für Ärzte: Dekubitus - Therapie und Prophylaxe
Cochrane Wounds Group

© Urban & Fischer 2003 – Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.