Eisen
Syn.: Ferrum; Fe (Abk.)
iron; ferrum
metallisches Element mit OZ 26, Atomgew. 55,847; in Eisenverbindungen meist 2-wertig (Ferro-Verbindungen; wirken als Reduktionsmittel, sind in Magen u. Duodenum resorbierbar), seltener 3-wertig (Ferri-Verbindungen; wirken als Oxidationsmittel). Wesentliches Element für die Oxidationsabläufe in der Zelle (s.a. Redoxsystem, Häm, Cytochrom), für Sauerstoffspeicherung (in Myoglobin) u. Sauerstofftransport (in Hämoglobin). Wird in Abhängigkeit von der Salzsäure des Magens in der Schleimhaut des Duodenums u. Jejunums mit Hilfe eines eigenen Transportsystems resorbiert in Mengen, die den durch physiologische Verluste (Epithelabschilferung; bei ♀ auch Menstruation) entstandenen Bedarf decken (bei ♂ ca. 1 mg/d; ca. 10% des v.a. komplexgebundenen, 3-wert. Nahrungseisens; größere Mengen bei Eisenmangel u. entsprechender therap. Zufuhr von v.a. 2-wert. Eisen). E. wird im Pfortaderblut von Transferrin gebunden (physiologische Bindungsnutzung ca. 30%) u. an die Bedarfsorte gebracht; wird als „Funktionseisen“ eingebaut in Fe-haltige Enzyme der Zellen u. in Myoglobin (ca. 11,6%), dient der Bildung von Hämoglobin (ca. 70% des Gesamtbestandes), wird soweit nicht sofort benötigt als Speicher- = Depoteisen im retikuloendothelialen System abgelagert (v.a. in Leber, Milz, Knochenmark; u. zwar an Ferritin u. Hämosiderin gebunden; etwa 18,6%; bei Bedarf mobilisierbar), ist im Plasma als Fe3+ an Transferrin gebunden (ca. 0,1%; s.a. Eisenbindungskapazität). Ist als freies, nichtgebundenes Eisen giftig; das aus Erythrozyten freigesetzte Eisen (täglich 2025 mg) wird zumeist wieder an Hämoglobin gebunden. Der Gesamtbestand des Körpers an Fe (Eisenpool) beträgt 45 g (davon im Hämoglobin etwa 3 g; Mengenverhältnisse s. Abb.; 1 mg entspr. 18 μmol Fe). Zu Mangelerscheinungen s.u. Eisenmangel; Überangebotszustände s.u. Hämochromatose, Hämosiderose, Siderose; Eisenvergiftung. S.a. Ferri-, Ferro-, Ferrum, Sidero-.
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© Urban & Fischer 2003 Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.