Harn|säure
Syn.: 2,6,8-Trihydroxypurin
uric acid
eine in Alkalien, aber nur schwer in Wasser lösliche Säure (s. Formel). Stoffwechsel: beim Menschen u. bei Primaten Stoffwechselendprodukt von Nucleinsäuren bzw. Purinen, die mit der Nahrung zugeführt werden oder bei der Zellmauserung durch Einwirkung von Xanthinoxidase auf Xanthin bzw. Hypoxanthin enstehen. Wird zu ca. 75% mit dem Harn ausgeschieden (0,081 g/24 Std.); erhöht nach eiweißreicher Kost u. nach Anw. von Corticoiden u. Urikosurika. Kristallisiert in Form ihrer Salze (Urate) im Harn aus (Abb.). Diagn.: Nachweis erfolgt durch Murexidprobe, mit Oxidationsmitteln (unspezifische Farbreaktion), Uratoxidase (anhand der UV-Absorption bei 290293 nm vor u. nach Oxidation). Normalwerte im Blutserum bei ♀ 149339 μmol/l (2,55,7 mg/dl), bei ♂ 208416 μmol/l (3,57,0 mg/dl); erhöht u.a. bei harnsaurer Diathese, Gicht, Leukämie, bei Behandlung mit Chlorothiazid, Chlortalidon. Wird ebenfalls in Kristallform krankhaft abgelagert in Gewebe, z.B. bei Harnsäureinfarkt, Harnsäuregicht; bildet Harnsteine (Uratstein).
Verwandte Themen:
Acidum uricum; Harnsäuregicht; Harnsäureinfarkt; Natriumurat; Trihydroxypurin; Uratstein; Urikolyse; Urikopoiese
Ausgewählte Internet-Seiten:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Deutsche Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin
Institut für Standardisierung und Dokumentation im Medizinischen Laboratorium (INSTAND)
© Urban & Fischer 2003 Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.