Kryo|chirurgie

cryosurgery

die – nicht auf das Gebiet „Chirurgie“ beschränkte – Gewebszerstörung durch Herbeiführen von Gewebstod (als hämorrhagische Koagulationsnekrose) mittels örtlicher Anw. hochgradiger Kälte, die v.a. zu Eiskristallbildung, Eiweißdenaturierung, Zerreißung der Zellmembranen, Kälteangiitis führt. Erfolgt mittels einer vakuumisolierten Kanüle oder Kältesonde oder mittels Kryoskalpells (s.a. Kryode), an denen durch Verdampfen flüssigen Stickstoffs oder flüssigen Kohlendioxids Kälte von –196 bzw. –160 °C erzielt wird. Vorteile: geringe bis fehlende Blutung, Schmerzarmut, geringe Demarkierungstendenz. Anw. z.B. in der Augenheilkunde (Kryoextraktion der Linse bei Katarakt; Kryoretinopexie, d.h. Netzhautfixierung bei Netzhautablösung, wobei entzündliche Verklebungen angeregt werden), in der Urologie (Kryoresektion bei Prostataadenom, -karzinom; Durchtrennung von Strikturen), Neurochirurgie (z.B. als Kryothalamotomie), in der Gynäkologie (Eingriffe an der Portio, an Endometrioseherden, an der Scham), Dermatologie (Abtragung von Warzen, Nävi, Angiomen, spitzen Kondylomen; Behandlung von Teleangiektasen); ferner bei Tonsillektomie, Hämorrhoidektomie u. zur Therapie stenosierender Rektumtumoren mit Kontraindikation zur Operation.

Verwandte Themen:

Gefriersonde; Kauterisation; Kohlendioxid; Kryode; Kryoextraktion; Kryoresektion; Kryoretinopexie; Thermokaustik

Ausgewählte Internet-Seiten:

Berufsverband Deutscher Chirurgen
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
Klinikmanual Chirurgie - Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München

© Urban & Fischer 2003 – Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.