Magen
Syn.: Ventriculus; Gaster
stomach
intraperitoneales, im Leerzustand darmähnlich schlauchförmiges, im Füllungszustand dickere u. längeres, sehr muskulöse Organ als Teil des Verdauungstraktes zwischen Ösophagus u. Duodenum. Aufbau: Unterschieden werden vier Abschnitte (s.a. Abb.): die Einmündung der Speiseröhre in den M. (Pars cardiaca ventriculi = Kardia), der Kuppelraum oberhalb der Kardia (Fundus ventriculi), der Hauptteil des M. (Corpus ventriculi = Korpus) und der Magenausgangsbereich (Pars pylorica) mit dem Pylorus als Abschluss u. dem Antrum pyloricum als Anfangsteil. In der Vorderansicht hat der M. zwei ungleich lange gekrümmte Ränder, die Curvatura ventriculi major, die den Fundus mit einschließt, und die Curvatura ventriculi minor, die einen kürzeren Bogen darstellt. Die Curvatura ventriculi minor zeigt einen scharfen Knick (Incisura angularis), welcher das Corpus ventriculi von der horizontaleren Pars pylorica abtrennt. Struktur: Die Magenwand ist 23 mm dick und besteht aus folgenden Schichten (von außen nach innen): Tunica serosa aus einschichtigem Peritonealepithel (Mesothel), Tunica muscularis aus glatter Muskulatur in drei Schichten (Stratum longitudinale, Fibrae obliquae [schräg verlaufend] u. Stratum circulare [am Pylorus den Musculus sphincter pylori bildend]), Tela submucosa aus lockerem Bindegewebe mit Gefäßen u. Nerven und der Tunica mucosa ventriculi (Magenschleimhaut). Diese enthält Drüsen, die in Sekret bildenden Zellen den Magensaft produzieren. Hauptzellen bilden Pepsinogen, Nebenzellen bilden Magenschleim, Belegzellen bilden Salzsäure u. Intrinsic-Faktor. Die Magendrüsen werden nach dem Abschnitt, in dem sie liegen eingeteilt. Glandulae cardiacae: verzweigte tubulöse, mukoide Drüsen in einem etwa 1 cm breiten Gebiet zwischen Ösophagus u. M.; Gll. gastricae propriae: wenig verzweigte tubulöse Drüsen im Corpus ventriculi; Gll. pyloricae: verzweigte tubulöse, mukoide Drüsen in der Pars pylorica. Weitere Drüsenzellen sind Zellen des GEP-Systems (gastro-entero-pankreatisches endokrines System) in den Glandulae gastricae propriae (z.B. Serotonin u. Somatostatin produzierende Zellen) und Gastrin bildende Zellen in den Gll. pyloricae (G-Zellen). Die Tunica mucosa besitzt ein einschichtiges hochprismatisches Epithel und wird durch eine dünne Muskelschicht (Lamina muscularis mucosae) begrenzt. In der Ansicht von innen zeigt die Magenschleimhaut ein Hochrelief (Magenfalten, Plicae gastricae), ein Flachrelief (Magenfelder, Areae gastricae) u. ein Feinrelief (Magengrübchen, Foveolae gastricae). In jede Foveola münden über einen Isthmus mehrere der, in der Lamina propria der Tunica mucosa gelegenen, Glandulae gastricae propriae. Die Drüsen der Magenschleimhaut sind vermindert bei chronischer Gastritis. Ihr völliges Fehlen (Magenschleimhautatrophie) liegt bei perniziöser Anämie vor. Funktion: Der M. fungiert als dem Darm vorgeschalteter Aufnahmeraum und dient der Nahrungsdesinfektion mittels Magensäure sowie der Verdauung. Er nimmt eine Mahlzeit in kurzer Zeit auf, um sie im Laufe von mehreren Stunden für die weitere Verdauung vorbereitet an den Dünndarm abzugeben. Sein Fassungsvermögen beträgt bei Neugeborenen 30 ml, bei Erwachsenen 2000 ml u. mehr. Die Regelung des Spannungszustandes (Tonus), der Peristaltik, Sekretion u. Entleerung erfolgt durch das autonome Nervensystem (über Plexus myentericus u. Pl. submucosus). Die Blutversorgung erfolgt durch Magenäste des Truncus coeliacus.
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Corpus ventriculare; Fornix gastricus; Gaster; Kardia; Magenmund; Ostium cardiacum; Pars pylorica; Ventriculus 1)
© Urban & Fischer 2003 Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.