Typhus abdominalis
Syn.: typhoides Fieber; Bauchtyphus; Ty (Abk.)
typhoid fever; abdominal typhoid
en- oder epidemische Infektionskrankheit durch Salmonella typhi, übertragen durch direkten Kontakt mit Erkrankten oder gesunden Dauerausscheidern oder durch kontaminierte Nahrung (einschl. Trinkwasser). Gem. Infektionsschutzgesetz anzeigepflichtig (Verdacht, Erkrankung u. Tod). Salmonellen gehören zu den meldepflichtigen Nachweisen von Krankheitserregern; für Dauerausscheider partielles Berufsverbot. Klinik: Verlauf in typ. Stadien. Stadium incrementi: nach Inkubation beim Kind von 58 Tagen, Erwachsene 814 Tagen treppenförmiger Fieberanstieg (s.a. Fieberkurve, dort Abb.); uncharakterist. allg. Beschwerden (u.a. Kopfschmerzen, Durstgefühl, Verstopfung; je nach überwiegenden Anfangssymptomen bez. als Zerebral-, Tonsillo-, Broncho-, Pneumo- oder Kolo-T.). Stadium acmes: nach 1 Wo. Kontinua (3940°), Bewusstseinstrübung, Delirien, blutig-borkige Schleimhautbeläge, Milzschwellung, Typhämie, Bouveret-Ulkus am Gaumenbogen, Roseola typhosa am Rumpf (für 814 Tage, Abb.), häufig Leukopenie mit Linksverschiebung, rel. Lymphozytose u. Eosinophilie, pos. Diazoreaktion. Stadium decrementi: 814 Tage später (= 3.4. Wo.) erbsenbreiartige Durchfälle, lyt. Entfieberung (anfangs steile morgendl. Remissionen: „amphiboles Stadium“), pos. Widal-Reaktion; ab 4. Wo. evtl. Komplikationen (Darmblutung, -perforation, Cholezystitis, Leberabszess, Zystopyelitis, Bronchopneumonie, Myositis, Meningitis, Taubheit). Bei Kindern oft abgekürztes Prodromalstadium, gelegentlich auch atypische u. milde Verlaufsformen. Die Rekonvaleszenz erfolgt meist sehr langsam. Patho.-Anat.: in der 1. Wo. mark. Schwellung der Peyer-Plaques im Dünndarm, Typhome; 2. Wo.: Verschorfung der Plaques mit Ulzeration; 3.4. Wo.: Abstoßung der Schorfe, Reinigung der Ulzera, evtl. Perforation. Diagn.: dir. Erregernachweis in Blut, Stuhl (TPE-Diagnostik), Widal-Reaktion. Ther.: Co-trimoxazol oder Chloramphenicol, evtl. Ampicillin oder Amoxicillin (nach Antibiogramm). 35% der Erkrankten werden Dauerausscheider (Reservoir meist Gallenblase). Hinterlässt jahrelange (nicht lebenslängl.!) Immunität. Prophyl.: Schutzimpfung, hygien. Maßnahmen, Sanierung der Dauerausscheider.
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© Urban & Fischer 2003 Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.