Verschwinden von Pflanzen und Tieren stoppen

Tag des Artenschutzes 2012

03. März 2012 - Hast Du schon einmal einen Wolf in freier Wildbahn gesehen? Nein? Kein Wunder, denn Wölfe waren in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Die Raubtiere wurden gejagt und erschossen, weil sie die Kühe und Schafe der Bauern fraßen. Heute gibt es in Ostdeutschland wieder wilde Wölfe, weil die Tiere geschützt werden. Der Tag des Artenschutzes am 3. März macht darauf aufmerksam, dass jährlich weltweit zahlreiche Pflanzen und Tiere aussterben.

 

Der Tag wurde 1973 in Washington eingeführt. Damals schlossen die USA, Nigeria, die Schweiz, Tunesien und Schweden eine Vereinbarung, die den internationalen Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen regelt. Ziel des Abkommens mit dem Namen "CITES" ist es, wilde Tiere und Pflanzen zu schützen. Heute haben 175 Staaten die Vereinbarung unterzeichnet. Der "Tag des Artenschutzes" erinnert einmal im Jahr an das Ziel, das vom Menschen verursachte Artensterben zu stoppen.

Biologen gehen davon aus, dass es in Deutschland etwa 70.000 verschiedene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen gibt. Dieser biologische Reichtum ist in Gefahr. Das Bundesamt für Naturschutz listet allein 7.000 Tiere auf, die in Deutschland gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) hat festgestellt, dass mehr als ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde stark bedroht ist und rund ein Viertel aller Säugetiere.

Was sind die Gründe für das Artensterben?

Die meisten Arten verschwinden, weil die Menschen die Gebiete zerstören, in denen sie leben. Sie holzen Wälder ab, um Weiden für Kühe und Schafe anzulegen, und bauen Häuser und Straßen. Häufig werden natürliche Lebensräume zerstört, weil Menschen nach Rohstoffen wie Öl oder Gold suchen. Manche Tiere werden trotz Verbots gejagt, weil ihre Zähne, ihr Fleisch oder ihr Fell den Jägern viel Geld einbringen - darum ist zum Beispiel der Tiger stark gefährdet. Die Fischerei wiederum schadet vielen Meeresbewohnern. Mit modernen Fangmethoden werden Unmengen von Fischen gefangen, wodurch viele Arten gefährdet sind. TK-Logo stellt Dir drei Tiere vor, die in Deutschland vom Aussterben bedroht sind:

Der Wolf


Der Wolf gehört zur Gattung "Canis" - lateinisch für "echte Hunde" - wie auch unser Haushund. Wölfe sind sehr soziale Tiere und leben in Rudeln. Gemeinsam erbeuten die Fleischfresser Tiere, die viel mehr wiegen als sie selbst - wie zum Beispiel Elche. Kaninchen, Murmeltiere, Füchse, Vögel, Reptilien, Insekten, Früchte und Aas runden den Speiseplan ab. Viele Menschen haben Angst vor Wölfen - zu Unrecht. Die scheuen Tiere fallen keine Menschen an, sie gehen ihnen lieber aus dem Weg.
Ein Wolf liegt im Schnee.Wölfe weichen Menschen aus. © wikimedia/ B.Landgraf/ CC-BY-SA 3.0/ GDFL

Die Rotbauchunke


Die Rotbauchunke gehört zur Familie der Unken und Barbourfrösche. Sie wird bis zu fünf Zentimeter lang und lebt in flachen Seen, Teichen und Sümpfen. Bei Gefahr zeigt die Rotbauchunke ihre schwarze Unterseite, die mit rot-orangefarbenen Flecken übersät ist. Die grelle Färbung signalisiert Angreifern, dass die Rotbauchunke ungenießbar ist. Bei Bedrohung scheidet die Unke ein Hautsekret aus, das auch bei Menschen die Schleimhäute reizt.
RotbauchunkeDie Unterseite der Unke schreckt ab. © wikimedia/ M.Szczepanek/ CC-BY-SA 3.0/ GDFL

Der graue Kranich

Kraniche gehören zu den besten Langstreckenfliegern. Sie fliegen v-förmig in großen Gruppen - bis zu 70 Stundenkilometer schnell und 300 bis 1.000 Meter hoch. Von 15 Kranicharten ist der Graue Kranich die einzige Art, die in Europa lebt. Die Brutzeit beginnen die Vögel mit einem Balzritual, dem "Tanz der Kraniche". Sie schreiten umeinander herum, springen, drehen sich und nicken mit dem Kopf. Dabei erklingen laut schmetternde Trompetenrufe.
Ein Grauer Kranich im Schilf am Ufer.Der Graue Kranich lebt in Feuchtgebieten. © wikimedia/ M.Szczepanek/ CC-BY-SA 3.0/ GDFL

Linktipp

Auf IMAGE XLINKLINK kannst Du Dich über Aktionen zum Tag des Artenschutzes informieren.

Text: B. Bossmann