Warum sterben Bienen?

15. April 2011 - Im Frühling beginnen Blumen und Bäume zu blühen. Jetzt sind auch wieder Bienen unterwegs - vielleicht hast Du schon welche entdeckt? In den letzten Jahren sind im Winter viele Honigbienen gestorben. Wissenschaftler und Bienenzüchter haben nach jahrelanger Forschung herausgefunden, wer die größten Feinde der Bienen sind.

 

Im Frühjahr 2003 bemerkten viele deutsche Imker, also Bienenzüchter, dass mehr Honigbienen als gewöhnlich den Winter nicht überlebt hatten. Ganze Bienenvölker waren gestorben. Ein Bienenvolk besteht aus bis zu 60.000 Tieren. Um herauszufinden, woran die Bienen sterben, haben Bienenwissenschaftler und Imker ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet: Über mehrere Jahre haben sie 1.200 Bienenvölker regelmäßig beobachtet, gezählt und untersucht. Das Ergebnis: Der größte Feind der Bienen ist ganz winzig, es ist die Varroamilbe.
Biene auf einer Blüte© aboutpixel.de/Thomas Kiesenebner

Milben schwächen Bienen

Varroamilben sind winzige Spinnentiere. Sie sind etwa 1,7 Millimeter groß und leben als Parasiten auf dem Körper der Bienen: Sie ernähren sich von dem Blut der Bienen. Gefährlich ist das für die Bienen, weil die Milben Krankheitserreger auf die Tiere übertragen können. Forscher vermuten, dass die Varroamilbe vor über 30 Jahren mit Bienen aus Ostasien nach Europa kam. Die Milbe befällt nicht nur ausgewachsene Bienen, sondern auch den Nachwuchs eines Bienenvolks, die sogenannte Bienenbrut. Dadurch kommen die jungen Bienen schon geschwächt auf die Welt und werden schnell krank.

Die zweithäufigste Ursache für das Bienensterben sind Viruskrankheiten. Außerdem haben die Forscher herausgefunden, dass ein Bienenvolk größere Überlebenschancen im Winter hat, wenn ihre Königin jung ist. Sie vermuten, dass eine junge Königin mehr Eier legt als eine ältere Königin.

Warum sind Bienen wichtig für uns Menschen?

Bienen stellen nicht nur leckeren Honig her, sondern sie helfen auch vielen Pflanzen bei der Fortpflanzung, indem sie Blütenstaub von einer zur anderen Blüte tragen. Durch diese Bestäubung werden die Blüten befruchtet, sodass Früchte wachsen können. An einem Kirschbaum wachsen zum Beispiel nur dann Kirschen, wenn Bienen im Frühjahr die Blüten des Baumes bestäubt haben. Nicht nur Obstbäume sind auf diese Hilfe angewiesen, sondern auch Erdbeeren, Tomaten, Raps, Sonnenblumen oder Mais und weitere Pflanzen, die wir Menschen als Nahrung nutzen.

Mittel gegen Milben


Damit mehr Bienen den Winter überleben, empfehlen Forscher den Imkern, die Varroamilben im Bienenstock zu bekämpfen. Dazu verwenden Imker oft Ameisensäure, die den Milbenbefall jedoch nicht vollständig vernichtet. Weil die Milben gegen einige chemische Mittel widerstandsfähig sind, suchen Forscher weiter nach einem wirksamen Mittel. Die Bienenzüchter hoffen auch, dass sie im Laufe der Jahre irgendwann eine Biene züchten können, die mit der Milbe gut leben kann. So wie die asiatische Biene, die dem Milbenbefall seit Jahren trotzt.

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Wie überwintern Bienen?

Bienen machen keinen Winterschlaf. Wenn es kalt wird, rücken sie stattdessen dicht zusammen und bilden eine sogenannte Wintertraube. In der Mitte sitzt die Königin. Die Bienen, die am Rand sitzen, erzeugen Wärme, indem sie ihre Muskeln vibrieren lassen. Mit dieser Aufgabe wechseln sich die Bienen ab: Dann gehen die außen sitzenden Bienen nach Innen und umgekehrt. Sie ernähren sich von dem Futter, das sie im Sommer und Herbst in den Futterwaben als Vorrat angelegt haben.