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Bleibt Trinkwasser genießbar?

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Leitungswasser hat in Deutschland Trinkwasserqualität. Es mehren sich allerdings die Anzeichen, dass das "Lebensmittel Nummer 1" heute nicht mehr so unbedenklich ist wie gefordert.

So wies das Umweltbundesamt darauf hin, dass Arzneimittel sich über das Abwasser in nennenswerten Dosen in Flüssen und Seen anreichern und so zum Teil auch ins Grund- und Trinkwasser gelangen. Auch in geklärtem Wasser finde sich teilweise ein Cocktail aus Arzneispuren, der über das Trinkwasser bis zum Verbraucher gelangen könne. Bisher sei aber weitgehend unbekannt, ob und wie sich dies auf Mensch und Natur auswirke. Das Amt forderte, dass die Arzneihersteller Umweltrisiken strenger prüfen müssen.

 

Als Beispiel nannte das Amt die Anti-Baby-Pille. Deren Hormone würden wieder ausgeschieden und gelangten so in den Wasserkreislauf. Auf Grund der Verkaufsdaten der Pille gingen Experten davon aus, dass die Oberflächengewässer in Deutschland mit 2 Mikrogramm pro Liter des Östrogens 17alpha-Ethinylestradiol belastet sind. Bereits 0,5 Mikrogramm pro Liter führten bei Fischen zu Hormonstörungen: Fischmännchen verweiblichten und bildeten Eidotter aus, das Geschlechterverhältnis verschiebe sich und die Fische bekämen weniger Nachwuchs. Auch im Trinkwasser sei das Östrogen vereinzelt nachgewiesen worden.

 

Echtes Problem?

Bei einer Berliner Kläranlage wies das Amt Wirkstoffe schleimlösender Hustenmittel sowie Tropfen gegen Pollenallergie nach. Deren Konzentration im Wasser stieg in der Grippe- beziehungsweise Heuschnupfenzeit deutlich an. Viele dieser Wirkstoffe seien chemisch sehr stabil und reicherten sich an. Gerade bei Hormonen gingen manche Wissenschaftler zudem davon aus, dass kleine Dosen sogar stärker wirkten als mittlere. Bei Einnahme würden die Arzneistoffe im menschlichen Körper teilweise in veränderte Wirkstoffe umgewandelt. Die Wirkung dieser so genannten Metaboliten sei noch weniger bekannt als die der Ursprungswirkstoffe. Das Umweltbundesamt wolle nicht in einen Alarmismus verfallen, sondern nur darauf hinweisen, was in Zukunft auf uns zukommen könne.

Autor: Marcus Anhäuser, erstellt am 28.04.03; zuletzt aktualisiert von Diplom-Ökotrophologin Dr. Gunda Backes am 28.10.08

Quelle: aid/IfS/UBA/DGE/dpa

 
 
 

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