Deutschland - egal ob West, Ost, Nord oder Süd - ist ein Jodmangelgebiet. Bedingt durch die geologischen Vorgänge in der letzten Eiszeit, wurde das Jod weitgehend aus den Böden ausgeschwemmt. Seitdem fehlt Jod in der tierischen und menschlichen Nahrung. Folge: Große Teile der Bevölkerung leiden unter den Folgen des Jodmangels.
Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich die Jodversorgung in Deutschland zwar deutlich verbessert, insgesamt besteht aber noch ein milder Jodmangel von Grad I.
Folgen eines Jodmangels
Jod ist unentbehrlich für eine normale Schilddrüsenfunktion. Wer auf Dauer unter Jodmangel leidet, muss mit gesundheitlichen Problemen rechnen. Denn ohne Jod können keine Schilddrüsenhormone gebildet werden. Ein Mangel führt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Erkrankte leiden zum Beispiel unter Verstopfungen, erhöhter Infektanfälligkeit, allgemeiner Konzentrationsschwäche und Lustlosigkeit, Müdigkeit, Gewichtszunahme ohne erhöhte Kalorienzufuhr, trockener Haut und struppigen Haaren.
Mit der Zeit kann sich die Schilddrüse außerdem krankhaft vergrößern. Es entwickelt sich ein Jodmangelkropf, auch Struma genannt. Schon ein relativer kleiner Kropf kann zu Atembeschwerden, Schluckstörungen und Durchblutungsstörungen im Halsbereich führen. Bei länger bestehenden Kröpfen können Veränderungen des Schilddrüsengewebes und die Bildung von Knoten die Folge sein.
Mütter mit einer Unterversorgung an Jod bringen zudem nicht selten schon Kinder mit angeborenem Jodmangelkropf auf die Welt, von denen viele deutlich in ihrer Entwicklung zurückliegen. Im Säuglings- und Kindesalter führt Jodmangel zu schweren Entwicklungsstörungen.
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Autor: Diplom-Ökotrophologin Alexandra Krotz, erstellt am 29.04.03; zuletzt aktualisiert von Diplom-Ökotrophologin Dr. Gunda Backes am 22.10.08
Quelle: TK

