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Ärztin berät Patient

Wie mündig sind Bayerns Patienten?

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Spätestens seit Ende der neunziger Jahre findet im Gesundheitswesen ein Paradigmenwechsel statt: Der Patient ist auf dem Weg nicht länger der bevormundete Kranke, sondern der mündige Nutzer zu sein.

 

Die TK hat im Rahmen einer repräsentativen Forsa-Befragung untersucht, wie mündig und kompetent sich die bayerischen Patienten fühlen. Das Ergebnis: Jeder vierte Befragte kann sich nicht sicher und selbstbestimmt im Gesundheitssystem bewegen. Und das, obwohl sich zwei von drei Menschen im Freistaat für Gesundheitsthemen interessieren, sich jeder Dritte als chronisch krank bezeichnet und genauso viele mehr als fünf Mal im Jahr zum Arzt gehen.

 

Die Kombination aus einer hohen Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen und Unsicherheit oder Unwissen kann fatale Folgen haben, beispielsweise wenn es um die selbstständige Einnahme von Medikamenten geht: Gerade in diesem Bereich ist von Patienten Eigenverantwortung gefragt. Erschreckend ist daher, dass jeder dritte Befragte aus Bayern behauptet, seine Medikamente nicht immer so einzunehmen, wie es der Arzt oder Apotheker empfiehlt.

 

Patienten fühlen sich unsicher und fragen nicht nach 

 

Vielleicht liegt die Erklärung bei der Aufklärung: Denn 37 Prozent der befragten Bayern werden nach eigener Aussage von ihrem Arzt nicht über die Wirkung, mögliche Nebenwirkungen, Alternativen und Gefahren bei Nichteinnehmen von Medikamenten informiert. Und von denjenigen die nicht informiert werden, fragen 77 Prozent auch nicht selbstständig nach.

 

Mann am ComputerBild vergrößernÜberhaupt ist das Gespräch mit dem Arzt ein Thema, das Patienten Probleme bereitet: Elf Prozent der Befragten fühlen sich im Gespräch mit ihrem Arzt unsicher. Und wenn ihnen dieser eine bestimmte Behandlung vorschlägt, fragen 32 Prozent nicht nach Behandlungs-Alternativen.

 

Besonders unsicher fühlen sich Patienten, wenn es um Gesundheitsinformationen geht: Jeder vierte Befragte aus Bayern denkt nicht, dass er sich im Krankheitsfall die für seine Behandlung wichtigen Informationen beschaffen kann. Genauso viele gehen davon aus, dass sie nicht in der Lage sind, Gesundheitsinformationen bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit einzuschätzen.

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Autor: TK-Landesvertretung Bayern, erstellt am 25.08.10; zuletzt aktualisiert am 30.03.12

 
 
 

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