Männer mögen keine Krebsvorsorge-Untersuchungen
München, 20. April 2012
Nur 24 Prozent der bayerischen Männer gehen zur jährlichen Krebs-Früherkennung. Das ist unter den Bundesländern der viertletzte Platz. Und das, obwohl sich die Ärzte im Freistaat redlich bemühen. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) gaben vier von zehn der befragten Männer an, ihr Hausarzt erinnere sie aktiv an die Vorsorge. Jeder Dritte wird auch von seinem Urologen dazu angehalten. Die Vertreter des starken Geschlechtes finden jedoch gerne eine Ausrede.
Sechs von zehn Männern gehen nur zum Arzt, wenn sie krank sind und jeder Vierte meint: "Früherkennung betrifft mich nicht - ich bin gesund!"
Die TK-Studie zeigt aber auch, dass Unwissen ein großes Hindernis ist. 44 Prozent der Männer wissen nicht, auf welche Untersuchungen sie Anspruch haben. Ebenfalls bedenklich: Obwohl gar keine Praxisgebühr bei der Krebsvorsorge anfällt, gab jeder Siebte an, die Praxisgebühr sparen zu wollen.
"Auf Wunsch erinnern wir per E-Mail rechtzeitig an alle anstehenden Früherkennungstermine, die für unsere Kunden kostenfrei sind", so Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern. "Wir appellieren an die Ärzte, ihre Patienten ebenfalls verstärkt zu motivieren." Männer lassen eher das Auto durchchecken als den eigenen Körper. Dabei ist Krebs für jeden vierten Todesfall in Bayern verantwortlich. Jährlich erkranken in Bayern 30.700 Männer an einer Krebserkrankung (Deutschland ca. 230.500).
Anzahl der Krebs-Neuerkrankungen bei Männern in Bayern
| Erkrankung | Männer in Bayern | Sterbefälle | Neuerkrankungen in Deutschland |
|---|---|---|---|
| Prostatakrebs | 9.000 | 1.800 | 58.000 |
| Darmkrebs | 4.900 | 2.000 | 37.000 |
| Lungenkrebs | 3.050 | 3.050 | 33.000 |
| Blasenkrebs | 2.400 | 390 | 21.400 |
Nieren- und Harnwegstumore | 1.360 | 650 | 10.700 |
Bösartige Tumore in Mundhöhle und Rachen | 1.300 | 570 | 7.600 |
| Magenkrebs | 1.200 | 870 | 11.000 |
Hautkrebs (Malignes Melanom) | 1.170 | 250 | 6.500 |
| Bauchspeicheldrüsenkrebs | 40 | 40 | 6.300 |
| Leukämie | 650 | 580 | 4.800 |
| Hodenkrebs | 610 | 20 | 4.750 |
| Speiseröhrenkrebs | 600 | 540 | 3.900 |
| Schilddrüsen-Krebs | 350 | 50 | 1.500 |
Diese Vorsorgeuntersuchungen für Männer zahlt die Krankenkasse
- Ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening.
- Ab 45 Jahren jährlich eine Krebs-Früherkennung. Dabei untersucht der Arzt neben der Haut und den äußeren Genitalien vor allem die Prostata.
- Ab 50 Jahren eine jährliche Darmkrebsfrüherkennung mit Test auf verstecktes Blut im Stuhl.
- Ab 55 auf Wunsch alle zehn Jahre eine . Wer sich gegen die , so der Fachausdruck, entscheidet, kann statt dessen auch nach dem 55. Geburtstag weiterhin alle zwei Jahre den Stuhltest machen.
Viele Krankenkassen, wie zum Beispiel die TK, belohnen die Teilnahme zusätzlich in ihrem Bonusprogramm.
Hinweise für die Redaktion
Quellen: Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse; Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland (Zentrum für Krebsregisterdaten am RKI); Bevölkerungsbezogenes Krebsregister Bayern (Registerstelle Erlangen); TK-interne Daten, Auswertungen und Berechnungen.
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Peter Schieber
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