Wer braucht eine Brille?
Eine Brille gleicht durch zwei individuell an jedes Auge angepasste Gläser Fehlsichtigkeiten aus.
Ein normalsichtiges Auge kann sich auf verschiedene Distanzen einstellen. Mit dem Alter geht diese sogenannte Akkomodationsfähigkeit jedoch mehr und mehr verloren. Ab Mitte 40 beginnt die Sehleistung auf kurze Distanz meist nachzulassen, außerdem ermüden die Augen schneller beim Lesen als in jüngeren Jahren. Diese Form der Fehlsichtigkeit nennt man Alterssichtigkeit.
Vom Alter unabhängige Fehlsichtigkeiten sind beispielsweise die Stabsichtigkeit, Kurz- und Weitsichtigkeit. Sie sollten ab einem bestimmten Schweregrad auskorrigiert werden, um eine weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit zu vermeiden. Ab wann eine Brille nötig ist, hängt dabei auch von der Lebensweise, dem Beruf und den Freizeitgewohnheiten eines Menschen ab.
Wie wird eine Brille angepasst?
Der Augenarzt oder Optiker prüft den Umfang der Fehlsichtigkeit, der in Dioptrien angegeben wird, und wählt danach die richtigen Gläser aus.
- Kurzsichtigkeit wird mit Zerstreuungslinsen, sogenannten Minusgläsern, korrigiert.
- Fernsichtigkeit wird mit Sammellinsen, sogenannten Plusgläsern, korrigiert.
- Für astigmatische Augen (Stabsichtigkeit) verwendet man zylindrisch geschliffene Gläser.
Steht die Stärke der Gläser fest, geht es an die Auswahl des richtigen Gestells. Eine Brille verändert ein Gesicht. Bei der Auswahl müssen Farbe, Form und das Material des Gestells beachtet werden, die mit dem persönlichen Stil, der Gesichtsform, den Augen und den Augenbrauen harmonieren sollten.
Besonders bei starken Gläsern muss bei der Wahl der Brille auch den Abstand zwischen Brillenglas und Hornhaut berücksichtigt werden.
Mehrstärkenbrillen gleichen unterschiedliche Fehlsichtigkeiten mit einem Glas aus, sodass der ständige Wechsel von Nah- und Fernsichtbrillen entfällt. Bei einem sogenannten Bifokal- oder Zweistärkenglas ist einem Brillenglas für Fernsichtigkeit ein Nah-Teil eingeschliffen. Ein Trifokal- oder Dreistärkenglas besteht dementsprechend aus drei Korrektionszonen. Sogenannte Gleitsicht- oder Progressivgläser haben keinen Schnitt im Sehfeld, sondern gehen gleitend vom Nah- in den Fernsichtbereich über.
Zu Beginn sind Mehrstärkenbrillen gewöhnungsbedürftig. Die Übergänge zwischen den Korrektionszonen erzeugen ein Schwindelgefühl, das zu Bewegungsunsicherheiten führen kann. Meist gewöhnt man sich jedoch sehr rasch daran.
Was sind die Nachteile von Brillen?
Brillen sind relativ preiswert und einfach in der Handhabung. Doch sie haben gegenüber Kontaktlinsen auch Nachteile:
- Bei hohen Dioptrienwerten werden die Gläser immer dicker und damit schwerer. Die leichteren Kunststoffgläser sind empfindlicher und zerkratzen schneller.
- An den Rändern starker Gläser entstehen unangenehme Farbbrechungen.
- Starke Brillen verzerren die Sicht zum Teil erheblich, was vor allem bei unterschiedlichen Sehstärken rechts und links zum Problem werden kann.
- Sie schränken das Sichtfeld durch die Größe der Gläser und durch die Brillenfassung mitunter stark ein.
- Sie können beschlagen und werden beim Sport meist als störend empfunden.