Unter einer Dialyse versteht man die künstliche Blutwäsche bei Patienten mit schweren Nierenerkrankungen, bei denen die Nieren selbst nicht mehr ihre Reinigungsfunktion wahrnehmen.
Die Niere hat eine Vielzahl von Funktionen. Insbesondere ist sie für die Ausscheidung von Abfallstoffen zuständig, die den Körper vergiften können, wenn sie nicht ausgeschieden werden. Darüber hinaus reguliert sie den Mineralstoffhaushalt des Körpers und steuert den Blutdruck über die Flüssigkeitsausscheidung im Urin.
Zu viel Flüssigkeit im Körper führt zu einer Erhöhung des Blutdrucks, der durch entsprechende Entwässerung wieder gesenkt werden kann. Daneben produziert die Niere Stoffe, die für die Blutbildung und den Knochenstoffwechsel wichtig sind.
In Deutschland werden circa 60.000 Patienten mit einem Dialyseverfahren behandelt. Über 8.000 Patienten standen im Jahr 2009 auf der Warteliste für eine Spenderniere. Im selben Jahr wurden in Deutschland über 2.700 Nierentransplantationen durchgeführt. So lange keine Transplantation möglich ist, sind diese Patienten auf die Dialyse angewiesen.
Häufig handelt es sich dabei um Patienten mit einem bereits über einen längeren Zeitraum bestehenden Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Auch die übermäßige Einnahme bestimmter Medikamente kann die Nieren dauerhaft schädigen. In einigen Fällen liegen dem Nierenversagen auch angeborene Nierenschäden, zum Beispiel Zystennieren, oder Nierenentzündungen zugrunde.
Wie funktioniert die Dialyse?
Zur Vorbereitung der Dialyse wird dem Patienten zunächst ein Medikament verabreicht, das die Blutgerinnung
hemmt, da das Blut ansonsten außerhalb des Körpers schnell verklumpen würde.
Anschließend wird das Blut in einen sogenannten Dialysator geleitet, in dem es von einer Spülflüssigkeit (Dialysat) umflossen wird. Blut und Dialysat trennt eine dünne Membran, die zum Beispiel für Schadstoffe durchlässig ist. Die schädlichen Stoffwechselprodukte aus dem Blut folgen dem Konzentrationsgefälle zwischen den beiden Flüssigkeiten und wandern in das Dialysat hinüber.
Das gereinigte Blut wird dann in den Körper zurückgeleitet. Da der Stofftransport durch die Membran konzentrationsabhängig in beide Richtungen erfolgen kann, ist es auch möglich, beispielsweise Mineralstoffe aus dem Dialysat in das Blut zu übertragen
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Autor: Kirsten Luckhaus; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Marina Hille am 30.08.11
Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation (1999); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2007; Internetauftritt der Deutschen Stiftung Organtransplantation (2008).http://www.dso.de/ (Stand 07.02.2008); Gesenhues, S.; Ziesché, R.: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. 5. Aufl. München: Urban & Fischer, 2006.

