Erbrechen
Eine häufige Begleiterscheinung vieler Erkrankungen ist das Erbrechen (Emesis).
Was ist Erbrechen?
Hierbei ziehen sich Magen und Zwerchfell zusammen und befördern Magen- oder Darminhalt durch die Speiseröhre in den Mund.
Erbrechen ist ein Schutzreflex, der im Idealfall verhindert, dass Speisebrei oder Fremdkörper in die Luftröhre gelangen. Das Erbrechen wird vom Brechzentrum in Gehirn gesteuert.
Die vielfältigen Ursachen für Erbrechen lassen sich in Untergruppen einteilen:
- Erbrechen aufgrund von Störungen im Verdauungstrakt (etwa Magen-Darm-Grippe, Magenentzündungen oder Magengeschwüre)
- Erbrechen aufgrund von Störungen im Gehirn (zum Beispiel Gehirnerschütterung, Hirnhautentzündung, bei Sonnenstich oder Migräne)
- Erbrechen durch Stoffwechsel- beziehungsweise Hormonstörungen (etwa bei einer Überfunktion der Nebennierenrinde oder der Nebenschilddrüse oder in der Schwangerschaft)
- Erbrechen durch Giftstoffe und Arzneimittel (beispielsweise Alkohol-, Medikamenten- oder Lebensmittelvergiftung)
- Andere Ursachen (zum Beispiel Ess-Brech-Sucht)
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
- Grundsätzlich sollte bei Erbrechen, das länger als zwei bis drei Tage anhält, der Arzt aufgesucht werden, um die Ursache herauszufinden und zu behandeln!
- Das gilt in besonderem Maße für Säuglinge, kleine Kinder, abwehrgeschwächte und alte Menschen: Ihr Wasserhaushalt ist sehr empfindlich und ihr Körper droht bei häufigem Erbrechen rasch auszutrocknen.
- Eine schlaffe Haut, leises Schreien, Trinkschwäche, eingefallene Augen und eine eingesunkene Fontanelle sind Alarmsignale für eine Austrocknung bei Säuglingen: Gehen Sie mit dem Kind sofort zum Arzt!
- Einen Arzt sollten Sie ebenfalls aufsuchen, wenn zum Erbrechen Fieber, Schmerzen oder Bewusstseinsstörungen hinzukommen, oder wenn das Erbrochene blutig oder wie Kaffeesatz aussieht (Hinweis für Blut im Magen, beispielsweise durch ein blutendes Magengeschwür)!
Erste Hilfe bei Erbrechen
- Am wichtigsten ist es, den Flüssigkeitsverlust durch das Erbrechen auszugleichen! Geben Sie dem Betroffenen reichlich zu Trinken! Es eignen sich vor allem salz- und zuckerhaltige Getränke!
- Legen Sie den Betroffenen nicht auf den Rücken, so verhindern Sie, dass Erbrochenes verschluckt oder eingeatmet wird. Zum Erbrechen sollte sich der Betroffene aufrecht, leicht vornüber gebeugt (zum Beispiel über der Toilette oder einem Eimer) hinsetzen.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung, das Bewusstsein und den Kreislauf des Patienten!
- Reden Sie beruhigend auf den Betroffenen ein!
- Bringen Sie den Betroffenen zum Arzt! Er gibt ihm Medikamente gegen die Übelkeit und geht den Ursachen des Erbrechens auf den Grund.
- Bei schwerstem Erbrechen mit Schwächeanfällen, Zeichen der Austrocknung (zum Beispiel Bewusstseinsstörungen) oder Bluterbrechen alarmieren Sie den Rettungsdienst und wählen Sie den Notruf 112!