Unter Glaukom (Grüner Star) fasst man verschiedene Augenerkrankungen zusammen.
Was ist ein Glaukom?
Gemeinsames Merkmal ist ein zu hoher Augeninnendruck, der den Sehnerv und somit das Gesichtsfeld schädigt. Ein erhöhter Augeninnendruck entsteht, wenn im Augenkammer-Winkel gebildetes Kammerwasser nicht mehr ungehindert abfließen kann und sich im Auge staut.
Über 90 Prozent der Betroffenen leiden an einem Offenwinkelglaukom, das sich unter Umständen über Jahre hinweg völlig unbemerkt entwickelt und langfristig zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes bis hin zur Erblindung führen kann.
Bei rund fünf Prozent der Kranken ist durch Entzündungen, Verletzungen oder angeborene Fehlbildungen (anlagemäßig enger Kammerwinkel) der Abflusskanal für das Kammerwasser verstopft und bewirkt einen akuten Glaukomanfall (Winkelblockglaukom).
Was sind die Symptome eines Glaukomanfalls?
Der akute Glaukomanfall ist für den Betroffenen meist ein dramatisches Ereignis!
- Drückt man auf das Auge, fühlt es sich "steinhart" an!
- Der Betroffene hat heftige dumpfe Schmerzen im Auge oder um das Auge herum.
- Das Auge ist stark gerötet.
- Die Pupille ist erweitert.
- Oft ist das Sehvermögen durch so genanntes Nebelsehen und störende Farbringe um Lichter erheblich gestört.
Wie kann man beim Glaukomanfall Erste Hilfe leisten?
Der Glaukomanfall ist ein dringender Notfall! Er bedarf unverzüglich ärztlicher/augenärztlicher Hilfe! Der Patient braucht dringend Medikamente, ansonsten besteht die Gefahr bleibender Augenschäden bis hin zur Erblindung!
- Bringen Sie den Betroffenen sofort zum Augenarzt!
- Alarmieren Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst: Wählen Sie den Notruf 112!
- Reden Sie beruhigend auf den Patienten ein!
- Kontrollieren Sie seinen Puls, seine Atmung und sein Bewusstsein.
- Lassen Sie den Patienten nicht allein, bleiben Sie auf jeden Fall bei ihm, bis ein Arzt sich um ihm kümmert!
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 19.09.11