Gerät die normale Herzschlagfrequenz eines Erwachsenen (60 bis 100 Schläge pro Minute) aus dem Takt, spricht man von Herzrhythmusstörungen (HRS).
Was sind Herzrhythmusstörungen?
Man unterscheidet langsame (bradykarde) Herzrhythmusstörungen mit weniger als 60 Herzschlägen pro Minute, von schnellen (tachykarden) HRS mit Frequenzen über 100 Schlägen pro Minute.
Störend, aber in der Regel ungefährlich, sind sogenannte Extrasystolen (ES): Herzschläge, die vereinzelt oder in Gruppen die normale Herzschlagfolge unterbrechen.
Ein absoluter Notfall dagegen ist das Kammerflimmern! Dabei ziehen sich die Herzmuskelfasern unabhängig voneinander zusammen, sodass die Pumpfunktion des Herzens versagt. Die Folge davon ist ein lebensbedrohlicher Kreislaufstillstand, der schnellstens behandelt werden muss!
Mögliche Ursache für Herzrhythmusstörungen sind Herzerkrankungen wie die Koronare Herzerkrankung (KHK) oder ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie, bestimmte Medikamente oder ein Stromunfall.
Was sind die Symptome von Herzrhythmusstörungen?
Die Schwere der Symptome hängt von der Art und dem Ausmaß der Herzrhythmusstörung ab:
- Im einfachsten Fall (zum Beispiel bei Extrasystolen) empfindet der Betroffene die unregelmäßige Herzschlagfolge als Herzstolpern, Herzrasen oder Herzklopfen.
- Zusätzlich kann es zu Schwindel und kurzzeitigen Bewusstseinsverlusten kommen.
- Angina-Pectoris-Anfälle können auftreten (Gefühl der Brustenge).
- Ein absoluter Notfall ist das Kammerflimmern: Es kommt zum Herz-Kreislauf-Stillstand.
Erste Hilfe bei Herzrhythmusstörungen
Bei leichten Herzrhythmusstörungen:
- Sprechen Sie den Betroffenen an: Ist er bei Bewusstsein? Bei kurzzeitigem Bewusstseinsverlust bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage!
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung, das Bewusstsein und den Kreislauf des Patienten!
- Bringen Sie den Betroffenen auch bei leichten Beschwerden auf jeden Fall zum Arzt! Nur der Arzt kann den Ursachen auf den Grund gehen und die Störung angemessen behandeln. Rufen Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
- Reden Sie beruhigend auf den Betroffenen ein. Die plötzlichen Herzbeschwerden können Todesangst auslösen!
- Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, bleiben Sie auf jeden Fall bei ihm, bis ein Arzt sich um ihn kümmert!
Bei Kammerflimmern:
- Rufen Sie sofort den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
- Sprechen Sie den Betroffenen an: Ist er bei Bewusstsein?
- Kontrollieren Sie die Atmung und den Kreislauf des Patienten: Bei Kammerflimmern kommt es zum Herz-Kreislauf-Stillstand! In diesem Fall müssen Sie sofort eine lebensrettende Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen und bis zum Eintreffen des Notarztes durchführen! Holen Sie, wenn möglich, einen zweiten Helfer hinzu!
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 19.09.11