Ein Herzschrittmacher ist ein batteriebetriebenes Gerät, das bei Bedarf elektrische Impulse an die Herzmuskulatur abgibt und so eine Kontraktion (Zusammenziehen des Muskels) auslöst.
Der Schrittmacher wird unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut (subkutan) oder unter einen Muskel (submuskulär) eingebracht. Die Schrittmachersonden (Kabelsysteme) werden durch die Venen zum Herz geführt. Die Elektrodenspitze wird dann entweder im Vorhof oder in der Herzkammer befestigt. Manche Schrittmachersysteme haben auch zwei Elektroden. Sie können sowohl den Herzvorhof als auch die Herzkammer getrennt mit Impulsen versorgen.
Der Schrittmacher nimmt den eigenen Herzschlag des Patienten wahr und sendet je nach Bedarf des Herzens elektrische Impulse aus. Dabei wird die Impulsabgabe an die Körperbelastung des Patienten angepasst, sie steigt bei körperlicher Belastung an.
Wie kommt der Herzrhythmus zustande?
Der Herzrhythmus entsteht in spezialisierten Zellen des Herzens. Sie setzen einen elektrischen Reiz, auf den hin die Muskelzellen sich zusammenziehen- das Herz schlägt.
Grundsätzlich kann jede Herzmuskelzelle ihren eigenen Rhythmus erzeugen; um aber ein geordnetes Zusammenspiel der Herzkammern zu ermöglichen, gibt es eine Rangfolge der Reiz- und damit der Rhythmusbildung.
Das oberste Rhythmuszentrum, der Sinusknoten, liegt im rechten Vorhof. In Ruhe werden dort etwa 60 Impulse pro Minute erzeugt, die über besondere Leitungsbahnen und -knoten (AV-Knoten) in den Vorhöfen und anschließend in den Kammern verteilt werden. Zuerst erfolgt die Vorhofkontraktion, anschließend etwas verzögert die Kammerkontraktion.
Der operative Eingriff
Das Einsetzen des Schrittmachers ist ein kleiner Eingriff, der nur wenige Tage Krankenhausaufenthalt erfordert oder sogar ambulant durchgeführt werden kann. Er erfolgt in lokaler Betäubung. Sehr selten können Komplikationen wie Bluterguss, Infektion oder ein Verschieben der Elektrodenspitze auftreten. Nach dem Einsetzen des Schrittmachers wird dessen Funktion geprüft und er wird auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten programmiert. Dies geschieht von außen durch die intakte Haut mithilfe spezieller elektrischer Messapparate.
Wann ist ein Herzschrittmacher notwendig?
Die spezialisierten Zellen des Herzens (Sinusknoten, AV-Knoten) können ihre Eigenschaft, eine Impulsfolge zu erzeugen, infolge unterschiedlicher Einflüsse verlieren. Ursache können Entzündungen, Infektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder die Verschlechterung der Blutversorgung dieser Zellen, zum Beispiel beim Herzinfarkt, sein. Die unterhalb des Sinusknotens gelegenen Herzanteile bilden zwar einen Ersatzrhythmus; dieser ist aber in den meisten Fällen nicht ausreichend.
So kommt es bei einem zu langsamen Herzrhythmus zur Unterversorgung des Körpers mit Blut, was sich mit Schwäche, Schwindel und körperlicher Leistungsminderung bemerkbar machen kann. Eine Pause des Herzrhythmus kann zur Bewusstlosigkeit führen. Hier wäre ein Bedarfsschrittmacher hilfreich.
Es gibt auch Herzschrittmacher, die in der Lage sind, bestimmte schnelle Herzrhythmusstörungen (Tachykardie
) dadurch zu beseitigen, dass sie den Herzschlag überholen, die Führung übernehmen und dann das Herz in einen normalen Rhythmus führen.
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- Seite 2: Können Fehlfunktionen eines Herzschrittmachers auftreten?
- Seite 3: Welche Auswirkungen hat ein Herzschrittmacher auf die Lebensführung?
Autor: Dr. med. Diedrich Bühler; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Marina Hille am 24.10.11
Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004 und 2007); Weihrauch, W.: Internistische Therapie (1996/97)

