Leidet ein Mensch unter Herzschwäche (Herzinsuffizienz), kann sein Herz nicht mehr optimal den Blutkreislauf zur Versorgung des Körpers aufrechterhalten.
Was versteht man unter einer plötzlichen Herzschwäche?
Je nachdem, welche Herzhälfte stärker geschwächt ist, spricht man von einer Rechts- oder Linksherzinsuffizienz; eine Globalinsuffizienz betrifft beide Herzhälften.
Eine chronische Herzinsuffizienz schreitet langsam voran und führt zu dauerhaften Schäden am Herzen. Eine plötzliche Herzschwäche (akute Herzinsuffizienz) kann durch unerwartete, dramatische Ereignisse, zum Beispiel durch eine Lungenembolie, ausgelöst werden.
Häufige Ursache einer Herzschwäche ist die Koronare Herzkrankheit, die zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels führt. Auch ein Herzinfarkt kann eine bleibende Herzschwäche nach sich ziehen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen.
Was sind die Symptome einer plötzlichen Herzschwäche?
Anzeichen für eine plötzliche Herzschwäche können sein:
- Schwindel und kurzzeitige Bewusstseinsverluste
- Abgeschlagenheit und körperliche Schwäche
- Starke Luftnot
- Brodelndes Atemgeräusch, das auch nach Husten oder Räuspern nicht verschwindet
- Schaumiger oder rötlich gefärbter Auswurf
- Prall gefüllte, gestaute Hals- und Zungengrundvenen
- Blau-violette Hautfarbe, vor allem blaue Lippen
- Kaltschweißige Haut
- Wasseransammlungen (Ödeme
), zum Beispiel in den Beinen - Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit
- Starker Harndrang und häufiges Wasserlassen
Die plötzliche Herzschwäche kann zum Schock mit Herz-Kreislauf-Versagen führen!
Erste Hilfe bei der plötzlichen Herzschwäche
Dies sollten Sie als Erst-Helfer tun:
- Rufen Sie sofort den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
- Sprechen Sie den Betroffenen an: Ist er bei Bewusstsein?
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung und den Kreislauf des Patienten!
- Bei Atem- oder Kreislaufstillstand müssen Sie sofort eine lebensrettende Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen und bis zum Eintreffen des Notarztes durchführen! Holen Sie gegebenenfalls einen zweiten Helfer hinzu!
- Reden Sie beruhigend auf den Betroffenen ein!
- Sorgen Sie dafür, dass der Patient bequem und mit erhöhtem Oberkörper liegt!
- Lockern Sie enge Kleidung, vor allem am Hals (zum Beispiel Hemdkragen oder Krawatte)!
- Sorgen Sie für frische Luft (zum Beispiel Fenster öffnen)!
- Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, bleiben Sie auf jeden Fall bei ihm, bis der Notarzt eintrifft!
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.07; zuletzt aktualisiert am 19.09.11