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Schallwellen und Schwerhörigkeit

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Alle akustischen Informationen, zum Beispiel Sprache, Musik oder Geräusche, verursachen Schallwellen. Unterschiedliche Ursachen können die Weiterleitung der Schallwellen beinträchtigen und eine Schwerhörigkeit auslösen. Ein Hörgerät ist ein technisches Hilfsmittel zur Verstärkung von Schallwellen.

Wie funktioniert das Hören?

Schallwellen werden über die Ohrmuschel, den äußeren Gehörgang, das Trommelfell und das Mittelohr bis ins Innenohr weitergeleitet, wo sie in elektrische Nervensignale umgewandelt werden. Diese werden über den Hörnerv an die Regionen des Gehirns weitergeleitet, die letztlich für die Verarbeitung und das Verständnis von Höreindrücken verantwortlich sind.

 

Welche Formen von Schwerhörigkeit gibt es?

Je nachdem, wo die Ursache für die Schwerhörigkeit liegt, unterscheidet man verschiedene Formen.

 

Im einfachsten Fall werden die Schallwellen bereits im Bereich des äußeren Ohres nicht ordnungsgemäß an das Trommelfell weitergeleitet. Dies ist in der Regel durch eine Verstopfung des äußeren Gehörganges durch Ohrenschmalz (Zerumen) oder Fremdkörper bedingt.

 

Bei der Mittelohrschwerhörigkeit wird der am Trommelfell eintreffende Schall nicht oder nur teilweise weitergeleitet. Das kann durch Wasser oder Eiter in der Paukenhöhle bedingt sein, zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung, aber auch durch Veränderungen an den Gehörknöchelchen, die sich dort befinden. Schädigungen des Trommelfells gehören ebenfalls zu den möglichen Ursachen einer Mittelohrschwerhörigkeit.

 

Eine gestörte Umwandlung der Schallwellen in elektrische Nervensignale wird als Innenohrschwerhörigkeit bezeichnet. Funktionsstörungen des Innenohres können vielfältiger Natur sein, die meisten angeborenen Hörstörungen, aber auch zum Beispiel Gehörschäden durch Lärm oder Durchblutungsstörungen zählen dazu.

 

Schließlich können Hörstörungen in seltenen Fällen auch bei intaktem Mittel- und Innenohr durch Schäden des Hörnervs oder des Gehirns entstehen.

 

Was ist ein Hörgerät?

Sehr vereinfacht ausgedrückt macht es den Höreindruck lauter, damit dieser wahrgenommen werden kann.

 

Prinzipiell besteht jedes Hörgerät aus einem Mikrofon, einem Verstärker und einem Hörer. Dabei ermöglicht die Technik unter anderem eine besondere Verstärkung der Sprache zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit sowie einen Schutz des Ohres vor Lärmschäden durch Begrenzung der maximalen Lautstärke.

 

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass bei den meisten Schwerhörigen die Bandbreite zwischen "gerade noch hörbar leise" und "unangenehm bis schmerzhaft laut" meist deutlich kleiner ist als bei normal Hörenden.

 

Es gibt Geräte, die einzeln oder zum Beispiel auch in einen Brillenbügel eingebaut hinter dem Ohr, in der Ohrmuschel und im äußeren Gehörgang getragen werden.

 

Die Auswahl des geeigneten Gerätes ist von vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel dem Verstärkungsbedarf und dem erforderlichen Schutz vor Rückkoppelungen (hohe pfeifende Geräusche) und sollte möglichst unabhängig von kosmetischen Gesichtspunkten in Zusammenarbeit mit dem Arzt sowie dem Hörgeräte-Akustiker erfolgen.

 

Ein weiteres zur Verfügung stehendes Hilfsmittel ist das sogenannte "Cochlea-Implantat". Das ist ein künstliches Innenohr, das Schall in elektrische Signale umwandelt, die über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Mit dem operativen Einbau eines solchen Gerätes in früher Kindheit kann man bei angeborener Taubheit oft ein befriedigendes Hörvermögen, und sprachliche Kommunikationsfähigkeit erzielen.

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Autor: Kirsten Luckhaus; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Marina Hille am 30.08.11

Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Auflage, Thieme, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 11. Auflage, 2000; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage, 1999; Strutz, J.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, 2001; Dr. med. V. Uttenweiler, Leiter des phoniatrisch-pädaudiologischen Zentrums des Berufsförderungswerkes Heidelberg, Ludwig-Guttmann-Straße 25, D-69123 Heidelberg; Boenninghaus, H.G.; Lenarz, T.: HNO. 13. Aufl. Heidelberg: Springer, 2007; Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (Februar 2005): Periphere Hörstörungen im Kindesalter. http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/049-010k.htm (Stand 13.02.2008).

 
 
 

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