Manche Menschen reagieren auf Angst, Panik, Aufregung oder Stress mit übertrieben tiefen, hektischen Atemzügen.
Was ist eine Hyperventilations-Tetanie?
Dabei atmen sie vermehrt Kohlendioxid (CO 2) ab. Es kommt zu einem Kalziummangel im Blut. Die Folge davon ist eine gesteigerte Erregbarkeit der Nerven und Muskeln, die sich in spastischen Muskelkrämpfen, der sogenannten Hyperventilations-Tetanie, äußern kann.
Die Krämpfe sind oft von unangenehmen Empfindungsstörungen wie Kribbelgefühlen begleitet. Wenn die Handmuskeln der Betroffenen verkrampfen, kommt es zu einer "Pfötchenstellung" der Hände. Treten die Krämpfe am ganzen Körper auf, spricht man von einer generalisierten Hyperventilations-Tetanie.
Auch bei Fieber, Gehirnerkrankungen, hormonellen Störungen oder durch bestimmte Medikamente kann es zu einer Hyperventilation kommen.
Welche weiteren Symptome können bei einer Hyperventilation auftreten?
- Unruhe und Aufregung
- Zittern
- Schwindel
- Benommenheit, vorübergehende Bewusstlosigkeit möglich
- Schwitzen
- Kopfschmerzen
- Sehstörungen
- Atemnot
- Brustschmerzen
- Kribbeln vor allem an Händen, Füßen und um den Mund herum
- Taubheitsgefühle
- Blähungen durch Luftschlucken
Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen bei einer Hyperventilations-Tetanie
- Reden Sie beruhigend auf den Betroffenen ein und bitten Sie ihn, ruhig zu atmen! Sagen Sie ihm, dass die Beschwerden harmlos sind und bald vorübergehen!
- Eine "Tütenatmung" sollten Sie nur durchführen, wenn Sie dies schon einmal gemacht haben und wissen, wie es funktioniert: Durch das Atmen in einen vor den Mund gehaltenen Plastikbeutel wird mehr Kohlendioxid zurückgeatmet und die Beschwerden lassen nach.
- Versuchen Sie, den Patienten vor einer Selbstgefährdung durch Verletzung zu schützen! Lagern Sie ihn, wenn möglich, auf einer weichen Unterlage!
- Kontrollieren Sie die Atmung, den Puls und das Bewusstsein des Betroffenen!
- Bringen Sie den Betroffenen zum Arzt, auch wenn er sich nach kurzer Zeit wieder erholt hat. Eine körperliche Ursache sollte immer ausgeschlossen werden!
- Wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder stärker werden, alarmieren Sie den Rettungsdienst: Wählen Sie den Notruf 112!
- Seite 1: Hyperventilations-Tetanie (Tetanischer Anfall durch Hyperventilation)
- Seite 2: Selbsthilfe-Tipps zur Vorbeugung weiterer Hyperventilations-Anfälle:
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 19.09.11

