Was ist ein Stromunfall?
Die meisten Stromunfälle ereignen sich im Haushalt:
Beim unsachgemäßen oder leichtsinnigen Umgang mit elektrischen Geräten oder laienhaften "Herumbasteln" an elektrischen Kabeln kommt es in erster Linie zu sogenannten Niederspannungsunfällen (bis 1.000 Volt). Nicht selten enden selbst Unfälle mit gewöhnlichem 230-Volt-Wechselstrom tödlich.
Zu Hochspannungsunfällen, verursacht durch Spannungen über 1.000 Volt, kommt es in der Regel nur, wenn Sicherheitsvorschriften missachtet werden. Dieser extrem lebensgefährlichen Gefahr setzt man sich beispielsweise aus, wenn man verbotenerweise einen Hochspannungsmast erklimmt.
Eine Sonderform der Hochspannungsunfälle ist der Blitzschlag. Dabei treten Spannungen von drei bis 200 Millionen Volt auf.
Was sind die Symptome bei einem Stromunfall?
- Bei geringen Stromstärken kann es zu Beschwerden wie Herzrasen, Unruhe, Kribbeln und Zittern, Atemnot, Schwitzen und Brustschmerzen durch Verkrampfen der Muskulatur kommen. Meist verschwinden diese Symptome aber nach einiger Zeit wieder und der Körper erholt sich.
- Höhere Stromstärken, aber auch schon Wechselstrom im Niederspannungsbereich sind eine große Gefahr für das Herz. Das Herz bildet selbst elektrische Impulse, um den Herzrhythmus und damit die Pumpfunktion aufrecht zu erhalten. Durch einen Stromunfall kann dieser Rhythmus aus dem Lot gebracht werden. Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) und Herz-Kreislauf-Stillstand können die Folge sein! Nach Starkstromunfällen können Herzrhythmusstörungen auch noch einen Tag später auftreten.
- Stromstärken über 1000 Volt können an den Stellen des Stromeintritts und -austritts sowie im Körper schwere Verbrennungen, sogenannte Strommarken, verursachen.
- Strom kann Muskelverkrampfungen am ganzen Körper auslösen: Verkrampft die Atemmuskulatur, kann dies für den Betroffenen den Tod durch Atemstillstand bedeuten!
- Wird das Gehirn durch den Strom geschädigt, kann es zu Bewusstlosigkeit und Krämpfen kommen!
- Weitere Symptome können Bewusstseinsstörungen, niedriger oder hoher Blutdruck sein.
- Zusätzlich können sekundäre Schäden auftreten, zum Beispiel Knochenbrüche aufgrund von Verkrampfungen der Muskulatur oder durch einen Sturz vom Strommast.
Wie kann man bei einem Stromunfall Erste Hilfe leisten?
Bei Hochspannungsunfällen:
- Bei Hochspannungsunfällen müssen Sie an Ihre eigene Sicherheit denken! Es besteht die Gefahr, dass der Strom über einen so genannten Lichtbogen zu Ihnen überspringt! Halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand von mindestens vier bis fünf Metern!
- Rufen Sie sofort den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112! Erste Hilfe kann bei Hochspannungsunfällen erst nach Unterbrechung des Stromkreises durch Fachpersonal geleistet werden!
Bei Niederspannungsunfällen:
- Denken Sie auch hier zunächst an Ihre eigene Sicherheit und seien Sie sehr vorsichtig! Achten Sie darauf, nicht in den Stromkreis des Betroffenen zu geraten!
- Unterbrechen Sie zuallererst die Stromzufuhr (Herausziehen des Steckers aus der Steckdose oder durch Ausschalten der Sicherung im Sicherungskasten)! Verwenden Sie einen nicht leitenden Gegenstand, zum Beispiel Holz, um Kabel vom Verletzten zu entfernen.
- Wenn die Stromzufuhr sicher unterbrochen ist, kontrollieren Sie die Atmung und das Bewusstsein des Patienten!
- Falls erforderlich: Rufen Sie den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
- Bei Atemstillstand muss sofort bis zum Eintreffen des Notarztes mit einer lebensrettenden Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.
- Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage!
- Der Betroffene sollte auf jeden Fall ärztlich überwacht werden, da es noch bis zu 24 Stunden nach dem Ereignis zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen kann.
- Reden Sie beruhigend auf den Betroffenen ein!
- Lassen Sie den Betroffenen nicht allein. Bleiben Sie auf jeden Fall bei ihm, bis der Notarzt eintrifft.