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Was ist eine Parazentese?

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Unter einer Parazentese versteht man in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde die Eröffnung des Trommelfells. Man spricht auch von einer Trommelfelldurchstechung, einem Trommelfellschnitt oder einer Trommelfellinzision.

Das Ziel der Parazentese ist es, die Belüftung der zum Mittelohr gehörenden Paukenhöhle wiederherzustellen.

 

Das Trommelfell ist ein Bindegewebshäutchen, das den äußeren Gehörgang von der Paukenhöhle des Mittelohres trennt. Es ist oval bis rund, circa 0,1 Millimeter dick und hat einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. An den Seiten verwächst es über einen Knorpelring mit dem Schädelknochen.

 

Das Trommelfell besitzt zwei wesentliche Aufgaben: Zum einen verschließt es das Mittelohr nach außen und schützt so die empfindlichen Gehörknöchelchen vor Infektionen und Beschädigung. Zum anderen überträgt es Schallschwingungen über die Kette der Gehörknöchelchen auf das Innenohr, wo sich die Hörsinneszellen befinden. Damit ist das Trommelfell direkt am Hörvorgang beteiligt.

 

Andere Fachrichtungen der Medizin wie die Augen- oder Frauenheilkunde benutzen den Begriff Parazentese ebenso für bestimmte operative Eingriffe. In der Inneren Medizin verwendet man diese Bezeichnung für eine Methode zur Entfernung von Bauchwasser.

 

Wann wird eine Parazentese durchgeführt?

Grundsätzlich macht der Arzt eine Parazentese, wenn die Belüftung der Paukenhöhle gestört ist oder sich dort eine Flüssigkeitsansammlung gebildet hat. Der weitaus häufigste Grund dafür ist eine akute Mittelohrentzündung.

 

Eine akute Mittelohrentzündung verursacht zahlreiche Beschwerden. Stechende Schmerzen und Druck im Ohr verbunden mit Kopfschmerzen stehen im Vordergrund. Durch die Entzündung kann sich schließlich der Verbindungsgang zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr (Eustachische Röhre, Tube oder Ohrtrompete) verschließen. Flüssigkeit aus dem Mittelohr kann nicht mehr abfließen, es kommt zur schmerzhaften Vorwölbung des Trommelfells (Mittelohrerguss). Meist hört der Patient dadurch schlechter.

 

Wird eine entsprechende Therapie nicht rechtzeitig eingeleitet, kann es zu einem plötzlichen Einriss (Spontanperforation) des Trommelfells mit blutigem oder eitrigem Sekretaustritt aus dem äußeren Gehörgang kommen.

 

Auch eine vergrößerte Rachenmandel im hinteren Nasen-Rachen-Raum mit Einengung oder Verlegung der Tube kann zu immer wiederkehrenden Mittelohrentzündungen führen, besonders bei Kindern. Die Parazentese wird in diesen Fällen häufig mit der Entfernung der Gaumenmandel (Tonsillektomie) kombiniert.

  

Häufige Mittelohrentzündungen führen durch Vernarbungen eventuell zu einer dauerhaften Verschlechterung des Hörvermögens. Dies wiederum kann bei Kindern eine verlangsamte sprachliche Entwicklung bedingen. Unbehandelt besteht die Gefahr, dass die akute Mittelohrentzündung in eine chronische Mittelohrentzündung mit einem bleibenden Loch im Trommelfell übergeht. Deshalb ist eine frühzeitige Therapie einschließlich einer Parazentese notwendig und sinnvoll.

 

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Autor: Dr. med. Martina Waitz; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 23.11.11

Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Auflage, Thieme, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 11. Auflage, 2000; Chirurgie Portal (2008): Trommelfell Operation. http://www.chirurgie-portal.de/hno-hals-nasen-ohren/trommelfell-operation.html (Stand 12.02.2008).

 
 
 

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