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Erfrierungen und Unterkühlung

 

Setzt man sich längere Zeit ungeschützt Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt verschärft durch Feuchtigkeit und heftigen Wind aus, so drohen Unterkühlung und Erfrierungen.

Was sind Erfrierungen und Unterkühlung?

Bei einer Unterkühlung ist der ganze Körper durch die Kälte beeinträchtigt, bei einer Erfrierung ist lediglich die Haut bestimmter Körperzonen betroffen.

 

Der Körper pumpt bei Kälte zunächst mehr Blut in Arme und Beine. Damit auch die Blutversorgung der inneren Organe und somit ihre Funktionstüchtigkeit erhalten bleibt, ziehen sich die Gefäße zusammen. Ist der Körper weiterhin der Kälte ausgesetzt, bilden sich in den Zellen Eiskristalle. Die Zellen werden zerstört und die roten Blutkörperchen verklumpen, es kommt zum Verschluss der Gefäße. Dadurch wird das Gewebe schlechter durchblutet und stirbt im Extremfall ab.

 

Gefährdet sind muskelarme Körperteile, die man schlecht warm einpacken kann und die eine gute Angriffsfläche für Kälte, Nässe und Wind bieten (Nase, Ohren, Wangen). Enges Schuhwerk und nasse Socken verschlechtern die Durchblutung und lassen schneller auskühlen.

 

Vorsicht: Ist man übermüdet, erschöpft oder hungrig, merkt man oft zu spät, dass man friert. Ähnlich geht es spielenden Kindern im Winter und Menschen mit Durchblutungsstörungen.

 

Was sind die Symptome bei Unterkühlung und Erfrierungen ?

 

Eine Unterkühlung äußert sich zunächst durch Kältezittern (Muskelzittern), vertiefte Atmung, schnellen Puls, blass-bläuliche Hautfarbe und Unruhe. Mit zunehmender Unterkühlung wird der Betroffene ruhiger oder verwirrter, und er kann das Bewusstsein verlieren.

 

Erfrierungen schädigen die Haut in unterschiedlichem Maße: Es kann nur die oberste Hautschicht, aber auch tieferliegendes Gewebe betroffen sein.

 

Mediziner teilen die Schwere der Verletzung dabei in drei Grade ein. Je nach Ausmaß der Erfrierung kommt es zu unterschiedlichen Symptomen:

 

  • Grad I: Die Haut ist blass, kalt und gefühllos und rötet sich nach Erwärmung. Das Aufwärmen bei oberflächlichen Erfrierungen ist häufig schmerzhaft. Es bleiben in der Regel keine bleibenden Schäden zurück.
  • Grad II: Die oberste Hautschicht zeigt nach der Erwärmung Blasen ähnlich einem Sonnenbrand.
  • Grad III: Die Haut ist eiskalt, weiß, gefühllos und hart - sie stirbt ab. Nach dem Auftauen verfärben sich die abgestorbenen Stellen schwarz. Es kommt zu bleibenden Schäden der betroffenen Körperstellen.

 

Wie kann man bei Erfrierungen und Unterkühlung Erste Hilfe leisten?

 

  • Bringen Sie eine unterkühlte Person nach Möglichkeit an einen warmen Ort!
  • Lockern Sie zu enge Kleidung und ziehen Sie nasse Kleidung aus, da sie anfrieren kann und dem Körper schneller Wärme entzieht!
  • Wärmen Sie bei leichteren Erfrierungen die betroffenen Stellen mit warmen, trockenen Händen oder unter warmem Wasser auf!
  • Bei stärkeren Erfrierungen müssen Sie den Rettungsdienst rufen! Wählen Sie den Notruf 112!
  • Halten Sie betroffene Körperteile möglichst ruhig und bewegen Sie sie nicht!
  • Erfrorene Körperstellen nicht mit Schnee abreiben!
  • Geben Sie dem Betroffenen etwas Warmes zu trinken!
  • Erwärmen Sie den gesamten Körper durch zusätzliche Kleidung oder Decken!
  • Bedecken Sie die verletzte Haut locker mit einem sauberen, möglichst warmen Tuch oder besser noch mit einem sterilen Verband!
  • Kontrollieren Sie Atmung, Kreislauf und Bewusstsein des Betroffenen!
  • Beruhigen Sie den Betroffenen und bleiben Sie bei ihm, bis der Notarzt eintrifft!

Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 12.09.11

 
 
 

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