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Unterzuckerung (Hypoglykämie)

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Der Blutzucker (Glukose) ist als wichtigster Energielieferant des Organismus für eine reibungslose Funktion vieler Organe erforderlich.

Was ist eine Unterzuckerung?

Der normale Blutzuckerwert sollte in nüchternem Zustand eine Konzentration von 110 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) nicht überschreiten, fällt er aber unter 40 bis 50mg/dl, so spricht man von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie).

 

Bei der Hypoglykämie wird die kritische Glukosekonzentration im Blut unterschritten, und es kommt zu Funktionsausfällen verschiedener Organsysteme, insbesondere des Gehirns.

 

In den weitaus meisten Fällen kommt eine Unterzuckerung bei Diabetikern vor, wenn ihre Blutzucker-senkenden Medikamente falsch dosiert sind. Eine Unterzuckerung droht auch, wenn die Nieren nicht mehr ausreichend funktionieren, oder wenn nach einer Insulin-Gabe die notwendige Mahlzeit ausfällt. Auch extreme körperliche Betätigung senkt den Blutzuckerspiegel und kann, wenn der Diabetiker die Medikamente nicht anpasst, zu einer Unterzuckerung führen.

 

Da Alkohol den Blutzuckerspiegel senkt, kann ein übermäßiger Alkoholkonsum auch bei Gesunden eine Unterzuckerung hervorrufen. Erkrankungen, die durch Unterzuckerungen auffällig werden, sind extrem selten. Meist handelt es sich dabei um Insulin-produzierende Tumore des Magen-Darm-Traktes oder der Bauchspeicheldrüse.

 

Was sind die Symptome einer Unterzuckerung?

Wichtig ist es, die Hinweise auf eine Unterzuckerung rechtzeitig zu erkennen. Typische Anzeichen einer Hypoglykämie sind:

 

  • Kaltschweißigkeit
  • Herzrasen
  • Heißhunger
  • Innere Unruhe, Nervosität und Zittern
  • Verwirrtheit
  • Sehstörungen und Doppelbilder
  • Hörstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit

 

Unbehandelt kommt es im weiteren Verlauf zu zunehmender körperlicher Schwäche, oft zu Wesens- und Verhaltensauffälligkeiten (Aggressivität, Orientierungsverlust), zu Krampfanfällen, Gefühlsstörungen, Schläfrigkeit und schließlich zur Bewusstlosigkeit (Hypoglykämisches Koma)!

 

Es besteht akute Lebensgefahr! Die Unterzuckerung kann zu dauerhaften Gehirnschädigungen oder zum Versagen der Atmung und so zum Tode führen!

 

Erste Hilfe bei einer Unterzuckerung

  • Rufen Sie sofort den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
  • Ist bei dem Betroffenen ein Diabetes bekannt und verfügt er über ein Blutzuckermessgerät, können Sie ihn (falls er klar bei Bewusstsein ist) auffordern, seinen Blutzuckerwert zu messen. Andernfalls führen Sie, falls Sie dies können, die Messung durch!
  • Der Patient braucht dringend Glukose! Ist er bei Bewusstsein und zeigt leichte Anzeichen der Unterzuckerung (Kaltschweißigkeit, Herzrasen, Heißhunger, Unruhe), geben Sie ihm: ein bis zwei Stücke Traubenzucker oder vier bis acht Stücke Würfelzucker oder ein Glas gesüßten Fruchtsaft, alternativ Cola oder Limonade!
  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung, das Bewusstsein und den Kreislauf des Patienten!
  • Ist er bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage!
  • Reden Sie beruhigend auf den Betroffenen ein!
  • Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, bleiben Sie auf jeden Fall bei ihm, bis der Notarzt eintrifft!

Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 19.09.11

 
 
 

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