Venöser Gefäßverschluss (Venenverschluss)
Sauerstoffarmes Blut wird über Venen zum Herzen zurücktransportiert.
Was ist ein venöser Gefäßverschluss?
Bei einer Thrombose
verstopfen Blutgerinnsel das Blutgefäß und es kommt zum akuten Gefäßverschluss. In den allermeisten Fällen sind die körperfernen (peripheren) Bein- und Beckenvenen betroffen, weil von hier aus der Blutstrom gegen die Schwerkraft zum Herzen hin transportiert werden muss.
Thrombosen können jederzeit entstehen: bei Gesunden mit entsprechender Veranlagung, aber vor allem nach Verletzungen und Operationen. Ältere Menschen sind häufiger betroffen als junge. Eine Ausnahme bilden Schwangere: Bei ihnen erhöhen Hormonveränderungen und die mechanische Behinderung des Blutflusses durch die vergrößerte Gebärmutter das Thromboserisiko. Risikofaktoren für eine Thrombose auf Langstreckenflügen sind: Bewegungsmangel, abgewinkelte Sitzhaltung sowie Flüssigkeitsmangel.
Was sind die Symptome eines Venenverschlusses?
Typische Zeichen eines plötzlichen Venenverschlusses, zum Beispiel einer Beinvene, sind:
- Das Bein ist geschwollen.
- Es ist wärmer als das andere und kann bläulich verfärbt sein.
- Der Betroffene hat Schmerzen im Bein.
- Markant ist ein Druckschmerz in der Wade und ein Spannungsgefühl ähnlich einem Muskelkater.
Eine gefürchtete, unter Umständen lebensgefährliche Komplikation einer tiefen Venenthrombose ist die Lungenembolie. Dabei schwemmen vollständige oder Blutgerinnselteile (Thromben) aus der Beinvene in die Blutstrombahn der Lunge ein und verschließen die Gefäße.
Erste Hilfe beim venösen Gefäßverschluss
- Rufen Sie sofort den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
- Lagern Sie die betroffene Gliedmaße (Arm oder Bein) hoch!
- Polstern Sie die betroffene Extremität gut ab: Legen Sie beispielsweise ein paar Kissen unter den Arm / das Bein! So werden Druckstellen vermieden und die Durchblutung erhalten.
- Reden Sie beruhigend auf den Erkrankten ein!
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung und den Kreislauf des Patienten!
- Lassen Sie den Betroffenen nicht allein. Bleiben Sie auf jeden Fall bei ihm, bis der Notarzt eintrifft!
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 19.09.11