Schädigen hohe Temperaturen die Haut und darunter liegendes Gewebe, spricht man von einer Verbrennung.
Was ist eine Verbrennung?
Je höher die Temperaturen und je länger sie auf die Haut einwirken, umso größer ist der Schaden im Gewebe.
Verbrühungen mit heißem oder kochendem Wasser sind im Haushalt die häufigste Ursache für einen Hitzeschaden der Haut. Gerade Kleinkinder gefährden sich durch ihren Bewegungsdrang und ihre Neugier: Wenn sie zum Beispiel Töpfe vom Herd ziehen oder Teekannen umwerfen, können sie großflächige Verbrühungen erleiden. Weitere Gefahrenquellen sind heißer Wasserdampf und heißes Fett sowie spritzendes Frittiergut. Letzte sind besonders gefährlich, da sie noch viel heißer als Wasser sind.
Direkte Einwirkung von Flammen auf der Haut, beispielsweise beim Umgang mit Grill-Anzündern (Spiritus), führt ebenfalls zu Verbrennungen. Auch bei Unfällen mit elektrischem Strom entsteht mitunter eine starke, hautschädigende Hitze. Fasst man heiße Gegenstände, Herdplatten oder Bügeleisen an, kommt es zu kleinen Verbrennungen. Großflächige Verbrennungen geringeren Grades treten durch die Einwirkung von Sonnenstrahlen auf (Sonnenbrand).
Was sind die Symptome und Gefahren bei einer Verbrennung?
Man unterscheidet drei Schweregrade der Verbrennung:
- Verbrennungen ersten Grades gehen mit einer Rötung, Schwellung und Schmerzen einher. In diesem Stadium ist nur die obere Hautschicht geschädigt. Eine vollständige Heilung ohne Bildung von Narben ist möglich.
- Bei Verbrennungen zweiten Grades löst sich die obere Hautschicht von der darunter liegenden Lederhaut ab. Sammelt sich Gewebswasser zwischen diesen Schichten, kommt es zur Blasenbildung. Die Haut ist teilweise zerstört; Narbenbildung ist möglich. Bei uneingeschränktem Gefühlsempfinden ist eine Verbrennung in diesem Stadium auch immer schmerzhaft.
- Verbrennungen dritten Grades: Die Haut ist bis auf die Unterhaut völlig zerstört, verlaufen ohne Schmerzempfinden, weil die schmerzempfindlichen Sinneskörperchen in der Haut ebenfalls zerstört wurden. Die Heilung erfolgt nur noch unter Narbenbildung. Wegen der unterbrochenen Blutzufuhr ist verbranntes Gewebe im Stadium drei blass oder verkohlt, aber nicht gerötet.
Weitere Symptome und Folgen einer Verbrennung können sein:
- Innere Verbrennungen in Mund, Rachen und Kehlkopfbereich durch das Einatmen großer Hitze
- Luftnot und Störungen der Atmung
- Kreislaufkollaps durch den Flüssigkeitsverlust
- Schädigung innerer Organe, zum Beispiel der Nieren
- Verklumpungen kleiner Blutgefäße
- Wassereinlagerung in das Gewebe (Ödeme
) - Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem)
- Infektionen der Wundfläche
Verbrennungen können tödlich sein, wenn ein zu großer Teil der Körperoberfläche geschädigt wurde oder es zu Komplikationen kommt.
Erste Hilfe bei einer Verbrennung
- Bei Feuer: Übergießen Sie brennende Personen mit Wasser, um sie zu löschen! Oder nehmen Sie eine Decke, um die Flammen zu ersticken. Ist ein Feuerlöscher zur Hand, löschen Sie damit das Feuer!
- Ihre eigene Sicherheit hat Vorrang! Der Schutz der eigenen Person ist wichtig, da ein verletzter Helfer niemandem mehr helfen kann!
- Bringen Sie den Verunglückten und sich selbst aus dem Gefahrenbereich!
- Bei tiefen und großflächigen Verbrennungen: Rufen Sie den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
- Ziehen Sie Kleidungsstücke vorsichtig über den geschädigten Hautbezirken des Betroffenen aus, falls diese nicht an der verkohlten Haut festkleben!
- Kühlen Sie die verbrannten Hautbezirke mit etwa 20 Grad kaltem Leitungswasser! Ungünstig sind wesentlich kältere Temperaturen (Eis), weil sie die Haut schädigen. Führen Sie die Kühlung mit kaltem Wasser bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fort!
- Decken Sie die Brandwunde mit einem keimfreien Verband ab!
- Tragen Sie auf keinen Fall Brandsalben, Puder, Öl, Zahnpasta, Mehl oder andere Hausmitteln auf die Wunde auf. Es verhindert die weitere Kühlung und verschmutzt die Wunde.
- Stechen Sie Brandblasen nicht auf, sonst drohen schwere Infektionen mit Eitererregern!
- Kontrollieren Sie Atmung, Kreislauf und Bewusstsein des Betroffenen!
- Bestehen Schockzeichen, lagern Sie ihn bitte in Schocklage!
- Beruhigen Sie den Verbrannten und bleiben Sie bei ihm, bis der Notarzt eintrifft!
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert am 19.09.11