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Vergiftungen

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Vergiftungen zählen zu den häufigen Notfällen.

Was ist eine Vergiftung?

Bei Erwachsenen steht oft eine Selbsttötungsabsicht hinter der Einnahme giftiger Stoffe, zum Beispiel von Medikamenten. Kinder vergiften sich oft aus Neugier, Leichtsinn und Unwissenheit, wenn sie versehentlich Reinigungsmittel trinken oder giftige Pflanzen und Beeren in den Mund stecken. Auch Unfälle und Verwechslungen, beispielsweise durch eine falsche Kennzeichnung, kommen als Ursache für Vergiftungen in Frage.

 

Die Gifte können über den Mund und den Magen-Darm-Trakt, über die Atemwege oder auch über die Haut in den Körper gelangen und dort schwerste, nicht selten lebensgefährliche Schäden verursachen.

 

Was sind die Symptome und Gefahren bei einer Vergiftung?

 

  • Gelangen Gifte über den Mund in den Magen-Darm-Trakt, äußern sie sich häufig durch krampfhafte Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
  • Es kann zu Schweißausbrüchen, Unruhe, Herzrasen und Atemnot kommen.
  • Weitere Hinweise sind Schwindel, Krampfanfälle und Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit.
  • Gifte, die die Haut oder Schleimhäute reizen beziehungsweise schädigen, verursachen an der Kontaktstelle oft brennende Schmerzen.
  • Die betroffene Haut, Schleimhaut und das Gewebe können je nach Ausmaß der Schädigung gerötet oder sogar völlig zerstört sein.
  • Neben den direkten Schäden, die das Gift an den Organen und den Schleimhäuten bewirkt, sind auch Spätschäden (zum Beispiel der Leber, der Nieren oder des Herzens) gefürchtet.
  • Je nach Schwere der Vergiftung kann es zum Atem- und Kreislaufstillstand kommen!

 

Erste Hilfe bei einer Vergiftung

 

  • Kontrollieren Sie zunächst die Atmung und den Kreislauf des Patienten! Bei Atem- oder Kreislaufstillstand muss sofort bis zum Eintreffen des Notarztes mit einer lebensrettenden Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Aber Vorsicht: Die Beatmung von Personen, die sich mit Kontaktgiften (zum Beispiel Insekten- oder Pflanzenschutzmitteln) vergiftet haben, darf nur mit einem Beatmungsgerät durchgeführt werden! Machen Sie keine Mund-zu-Mund- beziehungsweise Mund-zu-Nase-Beatmung: Sie könnten sich dabei selbst vergiften!
  • Sprechen Sie den Betroffenen an: Ist er bei Bewusstsein? Wenn er bewusstlos ist, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage! Achten Sie darauf, dass er nicht an seinem Erbrochenen erstickt!
  • Rufen Sie den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!
  • Wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, fragen Sie ihn, was er genommen hat, wann und in welcher Menge! Reden Sie beruhigend auf ihn ein und bleiben Sie bei ihm, bis der Notarzt eintrifft!
  • Achten Sie immer darauf, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Tragen Sie zum Beispiel Einmalhandschuhe, während Sie dem Vergifteten Erste Hilfe leisten!
  • Allgemein gilt: Versuchen Sie nicht, bei dem Betroffenen Erbrechen auszulösen, wenn Sie nicht wissen, um welche Vergiftung es sich handelt! Bei Verätzungen mit Säuren oder Laugen (zum Beispiel Spülmittel) dürfen Sie den Patienten auf keinen Fall zum Erbrechen bringen!
  • Geben Sie dem Betroffenen zunächst auch nichts zu essen oder zu trinken (vor allem keine Milch)!
  • Decken Sie den Betroffenen zu, damit er nicht friert!
  • Verbinden Sie Hautwunden durch Kontaktgifte mit einem keimfreien Wundverband!
  • Geben Sie leere Medikamentenpackung, die Sie neben dem Vergifteten finden, und auch Reste des Giftes, sofern es bekannt ist, dem Notarzt!

 

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Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Susanne Holthausen am 12.10.11

 
 
 

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