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Was ist Verhaltenstherapie?

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Der Begriff Verhaltenstherapie steht nicht für einen einheitlichen therapeutischen Ansatz, sondern für eine Gruppe von verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren. Die zugrunde liegende Theorie ist, dass psychische Störungen auf einem erlernten Verhalten beruhen und somit auch wieder verlernt werden können.

Unter Verhalten werden hier nicht nur nach außen hin sichtbare Handlungen, sondern auch innere Prozesse wie Denken und Gefühle verstanden. Ein Beispiel für ein solches erlerntes problematisches Verhalten ist die übertriebene Angst vor Hunden.

 

In der Therapie soll der Betroffene Verhaltensweisen, die sich negativ auf sein Wohlbefinden auswirken, durch bestimmte Techniken wieder verlernen. Ziel ist es, durch ein anderes Verhalten den Lebensalltag besser bewältigen und gute Kontakte zu den Mitmenschen aufnehmen und aufrechterhalten zu können.

 

Für einen Menschen mit übertriebener Angst vor Hunden heißt das beispielsweise, dass der Betroffene unter genauer Anleitung oder Begleitung durch den Therapeuten den Kontakt zu Hunden suchen soll, um so seine Lernerfahrung "Hunde sind gefährlich und müssen unter allen Umständen gemieden werden" durch neue Erfahrungen mit Hunden korrigieren zu können. Schritt für Schritt lernt der Betroffene dadurch, sich wieder angstfrei zu bewegen.

 

Verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden versuchen außerdem, die Bedingungen, die im Zusammenhang mit der psychischen Störung stehen, zu beeinflussen. Dazu zählen Umweltbedingungen, zum Beispiel das Verhalten anderer Menschen, sowie Bedingungen im Menschen selbst, zum Beispiel seine Gedanken.

 

Wie läuft eine Verhaltenstherapie ab?

Bevor eine Verhaltenstherapie begonnen wird, sollte ein Arzt ausschließen, dass dem Problem körperliche Ursachen zugrunde liegen. Am Anfang der verhaltenstherapeutischen Behandlung beschreibt der Patient möglichst genau seine Verhaltensprobleme. Der Psychotherapeut fragt unter anderem, wann diese zuerst aufgetreten sind, wie sie sich äußern und in welchen Situationen sich die Probleme verschlimmern.

 

In einem Rollenspiel kann der Therapeut das problematische Verhalten unter Umständen direkt beobachten. Der Patient kann Tagesprotokolle führen, um zu erkennen, in welchen Situationen das Problem auftritt.

 

Meist werden Fragebögen, Tests und Tagesprotokolle wiederholt eingesetzt, um den Erfolg der Therapie zu prüfen und den weiteren Therapieablauf zu planen.

 

Gemeinsam mit dem Therapeuten erstellt der Patient ein Modell darüber, wie es zu den Problemen gekommen ist. In einem Therapievertrag sind die Ziele der Therapie und die Behandlungsmaßnahmen festgelegt.

 

Eine wichtige Rolle spielen auch therapeutische Hausaufgaben. Der Patient macht schon möglichst bald bestimmte Übungen, die er in der Therapie gelernt hat, in seinem Alltag. Dies soll sicherstellen, dass die Therapieerfolge auch langfristig im alltäglichen Leben von Bestand sind.

 

Wie lange eine Verhaltenstherapie dauert, hängt von der Schwere und der Art der Probleme ab. In der Regel ist sie aber wesentlich kürzer als psychoanalytische oder andere tiefenpsychologische Verfahren. Wenn die Therapie beendet ist, wird oft noch ein Nachtreffen vereinbart. Nach einer gewissen Zeit wird dann noch mal überprüft, wie beständig die Erfolge sind.

 

Welche verhaltenstherapeutischen Verfahren gibt es?

Es existiert eine Vielzahl verhaltenstherapeutischer Verfahren mit sehr unterschiedlichen Methoden.

 

Klassische Verfahren wie die systematische Desensibilisierung und die Reizkonfrontation sind verhaltenstherapeutische Verfahren, die insbesondere bei der Behandlung von Angststörungen aber auch von anderen psychischen Störungen wie Zwängen, Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) eingesetzt werden.

Autor: Barbara Janker; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 05.09.11

Quelle: Kriz, J.: Grundkonzepte der Psychotherapie. Psychologie Verlags Union, 1994; Stark, Esterer, Bremer: Wege aus dem Wahnsinn. Psychiatrie-Verlag, 1997

 
 
 

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