Bei der Behandlung einer Parodontitis, der Entzündung des Zahnhalteapparates, geht es vor allem darum, die verantwortlichen Bakterien zu beseitigen.
Besonders harte, dunkel verfärbte Ablagerungen, die sogenannten Konkremente, bilden für die Bakterien einen idealen Nährboden. Deshalb entfernt der Zahnarzt die Ablagerungen.
Viele Patienten befürchten, dass ihre Zahnfleischerkrankung mit einer umfangreichen, schmerzhaften Operation behandelt werden muss. Dies trifft heute dank moderner Techniken und Materialien für viele Formen von Zahnfleischerkrankungen nicht mehr zu.
Neue Behandlungsmethoden
Neue Behandlungsmethoden und Instrumente ermöglichen je nach Krankheitsbild eine Therapie, bei der das Zahnfleisch nicht mehr aufgeschnitten werden muss. Das ist bis zu einer Tiefe der Zahnfleischtaschen bis circa 6 Millimeter möglich. Die Verunreinigungen in der Tasche und an der Zahnwurzel werden statt dessen über die Tasche selbst entfernt.
Vorteile dieser Methode sind eine raschere Heilung und die fast völlige Schmerzlosigkeit nach dem Eingriff. Man bezeichnet dieses Vorgehen als Erhaltungstherapie im Rahmen einer systematischen Parodontalbehandlung. Die Behandlung selbst findet unter örtlicher Betäubung meistens ambulant in einer Zahnarztpraxis oder -klinik statt. Um das Operationsgebiet bei größeren Eingriffen abzudecken, legt der Zahnarzt dabei sogenannte Zahnfleischverbände an.
In den letzten Jahren hat sich auch die Laseranwendung etabliert. Ein hochenergetischer Lichtstrahl löst die Ablagerungen auf. Gleichzeitig wird die Zahnfleischtasche sterilisiert.
Widerstandsfähige Bakterien
Etwa zehn bis 15 Prozent der Zahnfleischerkrankungen können mit den konventionellen Methoden nicht zufriedenstellend behandelt werden. Grund sind widerstandsfähige Keime, die sich in den Zahnfleischtaschen befinden und die Entzündung wieder aufleben lassen. Außerdem erschweren Grunderkrankungen, zum Beispiel die Zuckerkrankheit, die Behandlung mit konventionellen Methoden.
In diesen Fällen reinigt der Zahnarzt die Taschen erneut und bringt Antibiotika in die Zahnfleischtasche ein oder verschreibt sie dem Patienten als Tablette. Er kann auch Chlorhexidin-Präparate in die erkrankte Zahnfleischtasche einlegen, die dort die Bakterien töten oder zumindest verringern. Vorher muss auf jeden Fall die Tasche gründlich gesäubert werden, da sie nur schlecht für Medikamente zugänglich ist.
Ein Parodontitis-Risiko-Test hilft zu entscheiden, ob eine Therapie mit Antibiotika angezeigt ist und welches Antibiotikum eingesetzt werden sollte. Der Test weist die Erbsubstanz bestimmter Bakterien nach. Er gibt Auskunft darüber, ob, welche und wie viele parodontitisauslösende Keime - sogenannte Markerkeime - sich in der Zahnfleischtasche befinden.
Die Parodontitis zum Stillstand bringen
Man erreicht mit den vorgehend beschriebenen Maßnahmen einen Stillstand der Erkrankung. Bereits verloren gegangene Teile des Zahnhalteapparates können nur unwesentlich zurück gewonnen werden. Weiterhin dienen diese Maßnahmen als Vorbehandlung für größere chirurgische Eingriffe, sogenannte Zahnfleischoperationen.
erstellt am 25.02.03; zuletzt aktualisiert von Dr. med. dent. Eva-Katharina Essig am 29.09.11
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DGP).