Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob ein bestimmtes Medikament für Sie sinnvoll ist. Sie beraten auch darüber, wie Sie eine Arzneimittel richtig einnehmen. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps.
Praktische Tipps
- Tabletten und Kapseln immer mit einem großen Glas zimmertemperierten Wasser und möglichst stehend einnehmen, da sonst die Gefahr besteht, dass sie in der Speiseröhre stecken bleiben.
- Ohrentropfen-Fläschchen vor dem Einträufeln in der geschlossenen Faust leicht erwärmen. Nicht temperierte Tropfen sind für den Gehörgang sehr unangenehm.
- Augentropfen vier Wochen nach Anbruch der Packung entsorgen, da die Keimfreiheit anschließend nicht mehr gewährleistet ist. Notieren Sie am besten das Anbruchdatum auf der Flasche.
- Nasensprays sind besser als Nasentropfen, da sie hygienischer sind und genauer dosiert werden können, zum Beispiel mit Dosiersprays. Abschwellende Nasensprays, sogenannte Schnupfensprays, sollten Sie ohne ärztlichen Rat nicht länger als zehn Tage am Stück anwenden.
- Medikamente, die den Magen belasten, vertragen Sie oft besser, wenn Sie sie zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen.
- Nutzen Sie ein kortisonhaltiges Asthma-Spray, sollten Sie hinterher die Zähne putzen und den Mund ausspülen. So beugen Sie einer Pilzinfektion der Mundschleimhaut vor.
Zäpfchen können Sie leichter einführen, wenn Sie sie vorher mit Wasser anfeuchten.
Medikamente und Nahrungsmittel
- Einige Arzneimittel können ihre Wirkung verlieren, wenn Sie sie zusammen mit Milch oder Milchprodukten wie zum Beispiel Joghurt einnehmen. Zum Beispiel Eisenpräparate, bestimmte Antibiotika, fluoridhaltige Medikamente und einige Präparate gegen Osteoporose, dem krankhaften Knochenschwund. Während einer Behandlung mit solchen Medikamenten müssen Sie aber nicht grundsätzlich auf Milchprodukte verzichten. Es reicht, wenn Sie etwa zwei Stunden nach der Einnahme des Medikaments kein Milchprodukt zu sich nehmen.
- Grapefruitsaft kann die Wirkung bestimmter Medikamente verstärken; unangenehme Nebenwirkungen können die Folge sein. Solche Arzneimittel sollten Sie deshalb nicht zusammen mit Grapefruitsaft einnehmen. Am besten schützen Sie sich vor solchen Folgen, wenn Sie grundsätzlich Tabletten nur mit einem großen Glas Wasser einnehmen.
- Bestimmte Mittel zur Blutverdünnung, die Cumarine, können an Wirkung verlieren, wenn Sie gleichzeitig Brokkoli, Kohl, Kopfsalat, Spargel, Spinat und Hülsenfrüchte essen. Diese Nahrungsmittel enthalten viel Vitamin K, das die Wirkung der Cumarine reduzieren kann.
Ob und wie Sie ein Arzneimittel zu den Mahlzeiten einnehmen sollten, sollte Ihr Arzt oder Apotheker festlegen.
Dauer der Einnahme, Wechselwirkungen
- Wenn Sie ohne ärztliche Verordnung selbst Medikamenten einkaufen, informieren Sie den Apotheker darüber, ob Sie noch andere Mittel einnehme. So lassen sich unangenehme Wirkungen vermeiden, die durch eine ungeeignete Kombination von Arzneimitteln entstehen könnten.
- Setzen Sie Medikamente nicht vorzeitig ab, etwa weil die Beschwerden verschwunden sind. Bestimmte Krankheiten müssen noch über diesen Zeitpunkt hinaus weiterbehandelt werden, um wirklich eine Heilung zu erreichen. Halten Sie die vom Arzt verordnete Behandlungsdauer ein.
Wenn die Beschwerden nach einem gewissen Zeitraum der Selbstmedikation nicht verschwinden, ziehen Sie einen Arzt zu Rate.
Medikamente auf Reisen
- Müssen Sie regelmäßig Medikamente einnehmen und wollen Sie in den Urlaub fahren? Dann denken Sie rechtzeitig daran, sich die eventuell notwendigen Medikamente zu besorgen. Diese sind am Urlaubsort vielleicht nicht ohne weiteres verfügbar.
- Für bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel einige Schlaf- oder Schmerzmittel, gelten besondere Bestimmungen bei Auslandsreisen. Eventuell brauchen Sie einen Nachweis der Verordnung durch den behandelnden Arzt . Informieren Sie sich rechtzeitig vor Ihrer Auslandsreise bei Ihrem Arzt oder Apotheker, ob Ihre Arzneimittel betroffen sind.
Sollen Sie Medikamente zu einer bestimmten Tageszeit oder in festgelegten Zeitabständen einnehmen, müssen Sie dies bei einer Zeitumstellung berücksichtigen. Ihr Arzt oder Apotheker kann Sie dabei beraten.
Autor: Dr. med. Andrea Knipp-Selke, erstellt am 23.04.03; zuletzt aktualisiert von Annette Mende am 09.05.11
Quelle: Thürmann PA: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen - Diagnostik und Bewertung. Pathologe 2006, 27:6-12