Die Unfallstelle abzusichern, ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Ersten Hilfe.
Insbesondere bei Autounfällen passiert es immer wieder, dass andere Verkehrsteilnehmer, Helfende und auch die Verunglückten durch eine nicht ausreichende Absicherung in Gefahr geraten. Der Ersthelfer sollte immer zuerst an die eigene Sicherheit denken, denn nur wer selbst keinen Schaden erleidet, kann dem Verletzten auch helfen!
Nähert sich der Ersthelfer im Auto einer Unfallstelle, sollte er nachfolgende Fahrzeuge durch Einschalten der Warnblinkanlage warnen. Das eigene Auto parkt er mit einem Sicherheitsabstand von 10-20 Metern zur Unfallstelle. Er sollte eine Warnweste tragen, falls er eine zur Hand hat. In einigen europäischen Ländern ist das Tragen einer solchen Weste sogar Pflicht.
Sinnvoll ist es, weitere Verkehrsteilnehmer anzuhalten und zur Mithilfe aufzufordern. Gibt es mehrere Helfer, kann sich einer um den Verletzten, ein anderer um die Sicherung kümmern. Letzterer nimmt das Warndreieck, klappt es auf, hält es vor die Brust, damit er selbst gesehen wird, und läuft entgegen der Fahrtrichtung am äußersten Fahrbahnrand entlang. Nachfolgende Autos sollte er zusätzlich durch Auf- und Abwärtsbewegungen eines ausgestreckten Arms darauf hinweisen, langsam und vorsichtig zu fahren.
Beim Aufstellen des Warndreiecks ist eine ausreichende Entfernung zur Unfallstelle entscheidend. So sollte der Helfer auf Autobahnen und Schnellstraßen einen Abstand von mindestens 100 Metern einhalten. Im Zweifelsfall gilt: lieber etwas weiter weg als zu nah dran. Liegt der Unfallort an einer unübersichtlichen Stelle, also beispielsweise hinter einer Bergkuppe oder einer Kurve, muss der Helfer das Warndreieck unbedingt vor diesem kritischen Punkt platzieren.
Sofern er eine Warnblinkleuchte besitzt, stellt der Retter sie zur zusätzlichen Sicherheit auch auf. Erst wenn die Unfallstelle ausreichend abgesichert ist, kehrt er zum Verletzten zurück und leistet Erste Hilfe. Dies gilt nicht nur für Autounfälle, sondern auch für alle anderen Situationen, in denen Helfer und Verletzte gefährdet sind. Bei Skiunfällen beispielsweise kann der Ersthelfer den Unfallort sichern, indem er weiter oben auf der Piste die Skier gekreuzt in den Schnee steckt.
Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 14.02.06; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 12.07.11
Quelle: www.drk.de/erstehilfe/ehonline