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Ob Verkehrsunfall, Elektrounfall oder Brand - bei vielen Notfällen besteht durch den Unfallort und die -situation weitere Gefahr für den Verletzten, aber auch für den Helfer. Die wichtigste Maßnahme ist dann, den Patienten aus der Gefahrenzone an einen sicheren Ort zu bringen. Wie man dabei vorgeht, hängt von der Unfallsituation und von den Verletzungen ab.

Der Rautek-Rettungsgriff

Eine Möglichkeit ist der Rautek-Rettungsgriff. Mit diesem lassen sich auch Schwergewichtige und Bewusstlose aus Gefahrensituationen befreien. Diese Maßnahme sollten Helfer jedoch nur in absoluten Notfällen ergreifen. Der Verletzte kann nämlich weiteren Schaden erleiden und auch der Retter ist möglicherweise gefährdet.

 

Zunächst sollte der Helfer den Verletzten ansprechen. Ist dieser bei Bewusstsein, kann der Helfer ihn über das weitere Geschehen informieren.

 

Dann muss der Retter den Verunglückten, falls nötig, in eine sitzende Position bringen, damit er den Rautek-Rettungsgriff anwenden kann. Dazu fasst er den am Boden Liegenden unter Nacken und Schultern, richtet dessen Oberkörper auf und stützt dabei den Kopf mit den Unterarmen. Dann tritt er dicht an den Rücken und schiebt seine beiden Arme unter den Achselhöhlen hindurch.

 

Beide Hände greifen jetzt von oben an den quer vor dem Bauch liegenden Unterarm des Patienten. Der Helfer umfasst dabei nicht den Unterarm, sondern er überhakt ihn mit allen Fingern, auch mit dem Daumen - der sogenannte Affengriff. Dann beugt er die Knie, verlagert das eigene Körpergewicht nach hinten und zieht den Betroffenen auf die Oberschenkel. In dieser Position kann der Ersthelfer das Unfallopfer durch langsames Rückwärtsgehen an einen sicheren Ort bringen.

 

Befindet sich der Verletzte in Sicherheit, kann der Helfer mit der Ersten Hilfe beginnen.

 

Rettung aus Kraftfahrzeugen

Nach Verkehrsunfällen sind Verunglückte oft nicht in der Lage, ihr Fahrzeug selbstständig zu verlassen. Kann nicht auf die professionelle Hilfe der Feuerwehr gewartet werden, öffnet der Helfer die Wagentür, stellt den Motor wegen der Brandgefahr aus und spricht das Unfallopfer an. Zur Rettung löst der Helfer dann den Gurt und stellt den Sitz, falls notwendig, zurück. Dabei muss er darauf achten, dass die Beine nicht eingeklemmt sind und er den Airbag nicht nachträglich auslöst. So kann die Verletzungsgefahr zunehmen.

 

Dann fasst der Retter den Verletzten an der fernen Hüfte und am nahen Knie und dreht ihn auf dem Sitz mit dem Rücken zur Tür. Nun kann er das Unfallopfer mithilfe des Rautek-Rettungsgriffs aus dem Auto ziehen und an einen sicheren Ort bringen.

 

Allerdings passiert es bei Autounfällen immer wieder, dass die Türen nicht aufgehen oder die Personen im Fahrzeug eingeklemmt sind. Bis Feuerwehr oder Rettungsdienst da sind, sollte man auf jeden Fall beim Verunglückten bleiben, ihn beruhigen und, sofern es die Situation zulässt, Erste Hilfe leisten.

Autor: Uli Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 14.02.06; zuletzt aktualisiert von Dr. med Julia Hofmann am 12.09.11

Quelle: www.drk.de/erstehilfe/ehonline

 
 
 

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