Expertenchat: Wenn Medizinprodukte krank machen

Am 15. August 2012 beantworteten der Fachanwalt für Medizinrecht Thomas Köppke und Dr. Martin Stockheim, Arzt für Orthopädie sowie TK-Experten Fragen zum Thema: "Wenn Medizinprodukte krank machen".

 

Die Schlagzeilen über schadhafte Medizinprodukte beherrschten viele Wochen unsere Medien: Frauen könnten womöglich schlecht verarbeitete Silikonimplantate erhalten haben, jüngst eingesetzte Hüftprothesen hätten schlimmstenfalls Materialfehler. Als Patient bekommt man es in solchen Momenten verständlicherweise mit der Angst zu tun.

 

  • Bei welchen Prothesen muss ich Materialfehler befürchten?
  • Welche Hersteller-Angaben sollte mir mein Arzt bei Silikonimplantaten geben?
  • Wer ist verantwortlich, wenn mangelhafte Produkte implantiert wurden?

 

Diese und andere Fragen beantworteten Ihnen unsere Experten in unserem Live-Chat.

 

Chatprotokoll

 

Frage: Ich habe vor 2 Jahren ein künstliches Knie bekommen. Wie finde ich denn heraus, wer die Herstellerfirma ist?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das herauszufinden. Zum einen haben Sie sicher einen Prothesenausweis erhalten, in dem Sie nachschauen können. Aber auch in Ihrem Entlassungsbrief oder dem OP-Bericht sollten entsprechende Hinweise vermerkt sein.

 

Frage: Welche Silikone sind denn eigentlich heikel? Kann ich beim Schönheitschirurgen nachfragen, welche Materialien er aktuell verwendet oder sonst verwendet hat?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Medizinische Silikone sind grundsätzlich nicht heikel. Wenn Sorge bezüglich des Implantats besteht, können Sie mit Ihrem Implantate-Pass bei Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenkasse nachfragen.

 

Frage: Hallo, ich lebe seit 13 Jahren mit einer Herzmuskelschwäche. ausgelöst durch einen Virus. Mit Einschränkungen, komme ich ganz gut zurecht. Nun möchte mein Kardiologe mir einen Herzschrittmacher einpflanzen lassen. Ich habe aber Sorge, wie lebe ich damit? Und kann es Komplikationen geben?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Spezielle Schrittmacher für Herzschwächepatienten haben gezeigt, dass sie die Lebensqualität der Patienten günstig beeinflussen können. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Kardiologen. Der kennt Sie am besten - und kann gemeinsam mit Ihnen überlegen, welche Behandlung am ehesten für Sie geeignet ist.

 

Frage: Schön Guten Tag mein Name ist Lisa und ich hätte eine Frage zu Brustverkleinerung. Ich habe sehr viele Probleme mit meinem Rücken bereits 2 Bandscheibenvorfälle, Wirbelsäule stark abgenutzt. Was muss ich in die Wege leiten??

 

  • TK: Setzen Sie sich am besten mit Ihrem Arzt in Verbindung. Sie können sich zusätzlich gerne an das TK-ServiceTeam (0800- 285 85 85) oder das TK-ÄrzteZentrum (040 - 8550 60 60 60) wenden. Beide Rufnummern sind 24 h täglich und kostenfrei erreichbar.

 

Frage: Ich habe mich vor einem Jahr nach einer Krebs-OP für einen Brustaufbau entschieden. Welche Symptome sind denn überhaupt Hinweise darauf, dass schlechtes Material verwendet wurde. Schmerzen habe ich nämlich sehr oft - keine Ahnung, ob das normal ist.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Ob das Implantat Ursache für die Beschwerden ist, kann nur der behandelnde Arzt herausfinden. Bitte konsultieren Sie Ihren Gynäkologen und legen Sie ihm Implantatausweis, Entlassungsbrief oder OP-Bericht vor. Und: Schildern Sie ihm genau, welche Beschwerden Sie haben und wo genau Sie Schmerzen plagen.

 

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren, ich besitze Brustimplantate vom Hersteller Inamed allrgan. Können Sie mir eine Auskunft über diesen Hersteller geben? Die Implantate wurden über die Achselhöhle eingesetzt, kann man sie auch dort hinüber wieder entfernen?

 

  • TK: Informationen zum Hersteller können Sie bei uns unter der Rufnummer 040 - 6909-24 85 erfragen. Bitte wenden Sie sich bezüglich Ihrer medizinischen Fragen an Ihren Arzt oder an das TK-ÄrzteZentrum (040 - 8550 60 60 60).

 

Frage: Guten Tag, ich habe 2 künstliche Hüftgelenke und letztes Jahr musste ich die linke Seite operieren lassen, weil ich durch die Partikelkrankheit sehr große Löcher im Becken bekommen hatte. 1. Warum steht die Indikation Partikelkrankheit nie in der Diagnose?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Die durch Abrieb verursachte Partikelkrankheit entsteht bei fast allen Hüftgelenken im Laufe der Zeit. Vorzeitiger Verschleiß kann durch Produktfehler oder Fehlpositionierung der Implantate entstehen. Körperverletzung kommt bei diesen Problemen seltenst in Betracht. Metallabrieb kann im Blut nachgewiesen werden. Keramik- und Polyethylenabrieb nicht.

 

Frage: Wer ist denn "verantwortlich", wenn miese Teile zum Einsatz kommen. Platzendes Silikon und so was alles. Der Arzt, das Krankenhaus? Wen kann man da zur Rechenschaft ziehen? Gegen die Halbgötter in Weiß hat unsereins doch eh keine Chance.....

 

  • Thomas Köppke: Ansprüche könnten Sie unter Umständen gegen den Produktehersteller, den implantierenden Arzt oder das Krankenhaus und den Vertreiber des Produktes geltend machen. Dabei gibt es unterschiedliche Verjährungsfristen zu beachten. Am besten lassen Sie sich dazu anwaltlich beraten und kontaktieren Ihre Krankenkasse.

 

Frage: Hallo, meine Frau hat sich nach vielen Jahren der Knieschmerzen entschlossen sich ein künstliches Knie einsetzen zu lassen, da die Schmerzen nicht mehr zu ertragen sind - und hat daher nächste Woche ein Vorgespräch in der Uni Heidelberg. Meine Frage wäre - ist die Uni Heidelberg eine gute Klinik?

 

  • TK: Ein Vorgespräch ist immer wichtig - und gerade Universitätskliniken sind auf solche Eingriffe spezialisiert. Klären Sie bitte bei Ihrem Termin auch die Frage des Materials und des Modells.

 

Frage: Hallo Herr Dr. Stockheim, hatte 2011 eine Hüft-Tep- Wechsel wegen Lockerung bei Materialunverträglichkeit. Leider wurde trotz Vorlage der entsprechenden Unterlagen erneut eine Prothese verwendet, die Nickel, Titan und Aluminium enthält. Weiterhin sehr starke Schmerzen.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Bitte wenden Sie sich an das TK-Ärztezentrum unter 040 - 85 50 60 60 60. Dort können Sie sich genauer erklären lassen, welche Schritte nun unternommen werden sollten.

 

Frage: Meine Mutter (bei der TK versichert) hat im Mai diesen Jahres im Herzzentrum der Charité in Berlin einen Herzschrittmacher bekommen. Bei der OP wurde laut der Ärzte ein Muskel verletzt. Seitdem hat meine Mutter täglich Schmerzen, die sie vorher nicht hatte.

 

  • TK: Bitte wenden Sie sich doch einmal an das TK-ZweitmeinungsTelefon, das unter 040 - 8550 60 60 08 erreichbar ist. Wenn Sie eine fehlerhafte Behandlung vermuten, können Sie sich auch beim Fachreferat Medizinrechte der TK melden (040 - 6909 - 24 85).

 

Frage: Nach Oberschenkelfraktur bekam ich eine H-TEP Prothese Ende 2008. Danach war das rechte Bein ca. 2 cm länger, das Bein geschwollen und bläulich. Später wurde Osteoporose 3,4 c festgestellt. Die Knochendichtemessung musste ich bei meinem Orthopäden selbst bezahlen (35 €).

 

  • Dr. Martin Stockheim: Beinverlängerungen können vorkommen. Warum das Bein angeschwollen oder verfärbt ist, muss Ihr behandelnder Arzt herausfinden. Nachdem die Osteoporose nun festgestellt ist, sind weitere Knochendichtemessungen Leistungen der Krankenkasse. Bezüglich der Varizen empfehle ich die Konsultation eines Gefäßchirurgen.

 

Frage: Haben Sie denn eine Empfehlung zu welchem Chirurgen in Deutschland ich gehen kann?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine konkreten Ärzte im Chat empfehlen können.

 

Frage: Ich bin 81 Jahre alt und habe vor drei Jahren zwei biologische Herzklappen bekommen. Ich hatte bereits vor der Operation Atembeschwerden, diese Beschwerden haben sich in den letzten Jahren nach der Operation noch verschlechtert.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Diese Informationen sind etwas knapp. Die Atembeschwerden können verschiedene Ursachen haben, bitte beraten Sie sich mit Ihrem Kardiologen.

 

Frage: Meine 4. Frage: Die Kasse zahlt die Operationen und sollte doch die Qualität der Hüftimplantate sichern. Wir, als Patienten halten unsere Knochen hin.

 

  • TK: Wir als Krankenkasse haben leider keinen Einfluss auf die Qualität der hergestellten Produkte. Aber im Rahmen des Patientenrechtegesetztes wird die TK zukünftig verstärkt Einfluss nehmen können. Das betrifft zum Beispiel das Zulassungsverfahren neuer Medizinprodukte.

 

Frage: Können Sie auch Auskünfte geben über die Qualität und Nebenwirkungen von Medikamenten? Mich würde konkret Levetiracetam Ratiopharm bei epileptischen Anfällen bei der Grunderkrankung Trisomie-21 interessieren.

 

  • TK: Dazu können wir Ihnen im Rahmen des Chats leider keine fachkundige Auskunft geben. Wenden Sie sich doch bitte an unser TK-Ärztezentrum unter der Tel-Nummer 040 - 85 50 60 60 60.

 

Frage: hüftere an Dr. Stockheim. Vom TK-Ärztezentrum bekam ich keine Hilfe.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Bitte setzen sich in dieser Angelegenheit mit unserem Fachreferat Medizinrechte in Verbindung. Dort wird man sich direkt mit der Frage beschäftigen - Telefon 040 - 69 09 3396.

 

Frage: Ich habe im September 2005 künstliche Hüfte bekommen. In Endoprotesen-Pass steht: „DUROM-Hüfte-TEP Acetabulumkomponente Gr.54 zementfrei Femur Gr. 48 zementiert“ Marienkrankenhaus, 40489 Düsseldorf (Kaiserswert), An St. Swidbert 17. Muss ich ebenfalls Materialfehler befürchten?

 

  • TK: Die Referenznummer kann man entweder beim Hersteller selbst oder beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfragen. Alternativ senden Sie der TK eine Kopie Ihres Endoprothesenpasses an behandlungsfehlerbriefkasten@tk.de und wir überprüfen die Referenznummer.

 

Frage: Hallo sehr geehrtes Expertenteam! Folgende Frage stellt sich mir im Zusammenhang mit einer Zahnbehandlung wegen Karies. Der Weißheitszahn wurde gezogen und dadurch wurde Karies am daneben liegenden Backenzahn freigelegt. Diese wurde nach der Weißheitszahnentfernung gemacht.

 

  • TK: Zu unserem Chat-Thema "Medizinprodukte" passt Ihre Frage nicht so recht...Allerdings können Sie natürlich ärztlichen Rat darüber einholen, warum Sie nach einer Betäubung unerklärliche Schmerzen haben. Wenden Sie sich doch gern an das TK-Ärztezentrum unter der Nummer 040 - 85 50 60 60 60.

 

Frage: Trotz Wissen um meine Materialunverträglichkeit hat die Klinik in Regensburg mir ein Standartmodell eingebaut, auf das ich wieder allergisch mit starken Schmerzen, Erguss und Teillockerung reagiere. Hat es Sinn über dem MTK oder einer Schiedsstelle eine Klärung zu veranlassen.

 

  • Thomas Köppke: In jedem Fall ist es sinnvoll, sich zunächst anwaltlich beraten zu lassen, bevor Sie auf eigene Faust tätig werden. Eine gutachterliche Klärung erscheint sinnvoll. Der Weg über Ihre Krankenkasse und den MDK bietet den Vorteil, dass Sie über eine Einschätzung verfügen, bevor Sie an die Gegenseite herantreten. Das Schlichtungsverfahren über die Schiedsstelle setzt voraus, dass das Krankenhaus und der Haftpflichtversicherer des Krankenhauses dem Verfahren zustimmen. Das ist nicht selbstverständlich, dass sie die Verfahrenskosten des Schlichtungsverfahrens tragen müssen. Andererseits führt das Schlichtungsverfahren dazu, dass die Verjährung während des Verfahrens nicht weiterläuft. Der erste Schritt sollte sein, dass Sie sich die Behandlungsunterlagen besorgen und sich dann von einem Fachanwalt für Medizinrecht beraten lassen. Sie können sich dazu an den Deutschen Anwaltsverein wenden.

 

Frage: Können Sie bitte noch auf die Frage bzgl. des Bohrens und den bleibenden Schmerzen durch die Behandlung nach der Kunststofffüllung eingehen?

 

  • TK: Leider haben wir hier heute Abend keinen Zahnarzt in der Expertenrunde. Wenden Sie sich unbedingt an einen Zahnarzt. Unter Umständen kann es sein, dass die Betäubung nicht richtig wirken konnte, weil Sie eine sehr starke Entzündung im Kiefer hatten.

 

Frage: Wenn meine Frage nicht zum Thema passt, würde ich gerne wissen, wer bei derartigen Behandlungsfehlern durch den Zahnarzt zuständig ist?

 

  • TK: Wenden Sie sich an die Zahnärztliche Schlichtungsstelle: http://www.tk.de/tk/behandlungsfehler/schlichtungs-und-gutachterstellen/zahnaerzte-schlichtung-und-gutachten-adressen/40356 In der Auflistung müssen Sie nur das entsprechende Bundesland aufrufen, in dem Sie wohnen.

 

Frage: eine Frage zu dem Medikament "edronax 4 mg". Ich komme davon nicht los, obwohl mir seiner- zeit gesagt wurde, es mache nicht abhängig. ich nehme es schon seit ca. 6 Jahren, tägl. 1 tabl. ohne Einnahme, fühle ich mich verunsichert und depressiv. kann es mir schaden? ich bitte um Antwort

 

  • Dr. Martin Stockheim: Edronax ist ein Antidepressivum. Der Expertenchat heute befasst sich mit dem Thema Medizinprodukte, und es ist leider kein Arzneimittelexperte da, der Ihre Frage beantworten könnte. Bitte wenden Sie sich an das TK-Ärztezentrum unter Telefon 040 - 85 50 60 60 60.

 

Frage: Wer trägt die Kosten eines Rechtsstreites, sollte ich einen Anwalt hinzuziehen. Habe selbst keinen Rechtsschutz, und bin Kleinstrentnerin.

 

  • Thomas Köppke: Grundsatz ist: Wenn Ihr Anwalt Ansprüche durchsetzen kann, dann sind die Anwaltskosten Teil des Schadens, den die Gegenseite ersetzen muss. Vor Gericht gilt der Grundsatz, dass derjenige, der unterliegt, auch die Kosten trägt. Sozial Bedürftige können sich mit einem Beratungsschein finanzielle Unterstützung für die anwaltliche Beratung beschaffen. Für das Gerichtsverfahren können Sie Prozesskostenhilfe beantragen. Wenn sie bewilligt wird, übernimmt die Staatskasse die Kosten für den eigenen Anwalt und das Gericht, und zwar unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Die Kosten für den gegnerischen Anwalt müssen Sie allerdings, falls Sie unterliegen, selber bezahlen.

 

Frage: Wie oft kommt es zu Löchern im Knochen durch die Partikelkrankheit? Und bitte, warum steht diese Bezeichnung nie in der Diagnose?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Mit Partikelkrankheit ist die chronisch-entzündliche Reaktion gemeint, die durch Abrieb aus der Endoprothese entstehen kann. Diese Entzündungsreaktion kann zu Schäden an Knochen und Bindegewebe. Üblicherweise steht in den Arztbriefen die Folge dieses Zustandes, z.B. Prothesenlockerung oder Polyethylenaufbrauch.

 

Frage: worauf muss ich achten bei der Einsetzung eines neuen Kniegelenk in Bezug auf Material, Titan und?? Ist mit Abrieb zu rechnen? Wird das Gelenk mit Zement (Schaft) eingesetzt?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Die Materialauswahl obliegt Ihrem Operateur. Bitte fragen Sie Ihren Operateur im Vorgespräch, wie die Implantate, die er verwendet in Studien und Endoprothesenregistern bewertet werden. Knieprothesen sind überwiegend aus Stahl, Prothesen für Allergiker sind mit Titanlegierung beschichtet. Mit Abrieb muss man bei jeder Endoprothese rechnen, die Hersteller minimieren den Abrieb durch konstruktive Anstrengungen - aber völlig vermeiden lässt er sich nicht. Knieprothesen können sowohl zementiert als auch nichtzementiert eingesetzt werden.

 

Frage: Guten Tag. ich sollte ein neues Hüftgelenk bekommen. dazu hätte ich drei Fragen. 1. welches Material ist empfehlenswert? 2. Welche Kliniken können Sie im Raum HD/ MA empfehlen? 3. gibt es Erfahrungen mit Hüftendprothese namens Future Hip nach Prof Vendbrocks Uni Jena

 

  • Dr. Martin Stockheim: Die Materialauswahl obliegt Ihrem Operateur. Bitte fragen Sie Ihren Operateur im Vorgespräch, wie die Implantate, die er verwendet in Studien und Endoprothesenregistern bewertet werden. Hüftprothesen können aus Stahl oder Titan sein. Eindeutige Vor- oder Nachteile kann man so nicht benennen, die Materialauswahl erfolgt patientenindividuell. Konkrete Ärzte oder Kliniken können wir nicht empfehlen. Schauen Sie sich doch den Klinikführer unter www.tk.de an. Vielleicht hilft Ihnen dieser TK-Service weiter. Bezüglich der Frage zu Future Hip werden wir uns gleich noch mal melden.
  • Dr. Martin Stockheim: Das Produkt "Future Hip" ist uns nicht bekannt. Wir haben gerade eine rasche Recherche nach dem Produkt "Future Hip" durchgeführt und konnten sich nicht finden, was uns helfen könnte, Ihre Frage zu beantworten. Wir bieten Ihnen gerne an, sich bei uns direkt zu melden. Wir würden dann weitere Informationen für Sie einholen. Fachreferat Medizinrechte, Telefon 040 - 6909 - 3396 oder E-Mail christian.soltau@tk.de

 

Frage: Ich habe am 07.02.2012 eine Knie-TEP erhalten. Guter Verlauf der OP und normale Mobilisierung. Schon in der Reha bildete sich eine Schwellung, die ich bis heute nicht wegbekomme. Bis jetzt KG und Lymphdrainage durchgeführt. Die Entzündungswerte des Blutes sind negativ.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Bitte besprechen Sie dieses Anliegen doch mit Ihrem Arzt. Solche Beschwerden treten in seltenen Fällen nach Knieprothesenimplantationen auf. Eine konkrete für Sie zielführende Antwort ist in diesem Chat leider nicht möglich.

 

Frage: Bei mir wurde die Diagnose: Mediale Gonarthose links (M17.9LG) gestellt. Als Therapie schlägt der Orthopäde vor: Bei anhaltenden Beschwerden ideale Indikation zur medialen Schlittenprothese. Welches Krankenhaus würden Sie vorschlagen, wenn ich diesem Schritt der Behandlung wählen würde?

 

  • TK: Wir können Ihnen keine Klinik nennen, allerdings können Sie sich im Klinikführer informieren, welche Krankenhäuser sich für Endoprothetik spezialisiert haben (https://www.tk.de/tk/klinikfuehrer/114928). Zusätzliche können Sie sich auch gern unter der 040 - 85 50 60 60 60 an das TK-ÄrzteZentrum wenden.

 

Frage: Meine Frage zum Rechtsanwalt: seit 3 Jahren habe ein inaktives Implantat im Kopf, gibt es die Möglichkeit, den Operateur wegen nicht ausreichender Aufklärung auf Schmerzensgeld zu verklagen?

 

  • Thomas Köppke: Lassen Sie sich möglichst bald von einem Anwalt beraten. Es sind Verjährungsfristen zu beachten. Im Arzthaftungsrecht gilt eine dreijährige Verjährungsfrist. Sie beginnt am Ende des Jahres, in dem Sie von dem Aufklärungsmangel erfahren haben. Im Produkthaftungsrecht beginnt die dreijährige Verjährungsfrist tag genau mit der Implantation. Deshalb sollten Sie am Anfang Ihrer Überlegungen die Verjährung prüfen lassen. Um Ihre Frage zum Schmerzensgeld zu prüfen, benötigt der Anwalt die Behandlungsunterlagen, insbesondere die Aufklärungsformulare.

 

Frage: Mein Mann 2006 ein Oberflächenimplantat in der Hüfte erhalten. Aufgrund von Empfehlungen in Fernsehsendungen haben wir Blutuntersuchungen machen lassen. Die Chrom und Cobalt-Werte waren um das 5fache erhöht. Lt. Aussage des Arztes normal. Stimmt das wirklich?

 

  • TK: Es liegen keine gesicherten Richtwerte für Cobalt und Chrom vor. In Ihrem Fall empfehlen wir, die Untersuchung halbjährlich oder jährlich zu wiederholen, um die Werte zu beobachten. Bitte halten Sie regelmäßig Rücksprache mit Ihrem Arzt.

 

Frage: Welche Klinik schlagen sie vor, wenn bei mir eine "Schlittenprothese" im linken Knie implantiert werden soll?

 

  • TK: Wichtig ist es, dass die Klinik auf Endoprothetik spezialisiert ist. Bitte erkundigen Sie sich direkt in der Klinik danach. Hinweise für mögliche Krankenhäuser können Sie dem Klinikführer entnehmen, den Sie hier finden: https://www.tk.de/tk/klinikfuehrer/114928.

 

Frage: Hallo, ich möchte gern mit dem Orthopäden sprechen. Ich habe 2005 2 Hüftkappen implantiert bekommen und hatte in letzter Zeit Schmerzen. Meine Chrom und Kobalt-Werte im Blut sind erhöht. Chrom liegt bei 7,4 Mikrogramm pro Liter, Kobalt bei 11.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Die Werte liegen knapp oberhalb der Grenzwerte, die die englische Aufsichtsbehörde herausgegeben hat. Sie selber können gegen die erhöhten Werte nichts unternehmen. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Orthopäden, ob weitere Diagnostik erforderlich ist oder ob Verlaufskontrollen ausreichend sind. Wir bieten Ihnen an, zu überprüfen, ob die bei Ihnen verwendeten Implantate auffällig sind. Bitte wenden Sie sich an Fachreferat Medizinrecht unter Telefon 040 - 6909 3396 oder per E-Mail an christian.soltau@tk.de

 

Frage: Mein Mann hat ein künstliches Hüftgelenk (Oberflächenimplantat) und 5fach erhöhte Chrom und Cobalt-Werte im Blut. Wie soll man sich jetzt verhalten? Laut Aussage der Ärzte wäre das normal und nicht dramatisch. Stimmt das wirklich?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Diese deutliche Chrom- und Kobaltkonzentrationen können während der "Einlaufphase" einer Oberflächeersatzprothese durchaus auftreten. Liegt die Implantation schon mehrere Jahre zurück, sollten weitere Untersuchungen (z.B. Röntgen, CT, Szintigrafie) durchgeführt werden.

 

Frage: Seit 5 Jahren habe ich Morbus Wegener und Wegenersche Granulomatose. Regelmäßig muss ich zu 6 Fachärzten. Jeder behandelt sein Fach. Aber ich bin ein Mensch. Das greift doch eines ins andere. Bei meinem Hausarzt fließt alles zusammen. Aber der hat doch nicht die Zeit.

 

  • TK: Fragen Sie zum Beispiel das TK-ÄrzteZentrum um Rat. Dieses können Sie unter 040 - 85 50 60 60 60 erreichen.

 

Frage: Gibt es Möglichkeiten, die erhöhten Chrom und Kobalt-Werte zu senken?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Nein, Sie können selber nichts unternehmen, um die Chrom- und Kobalt-Werte zu senken.

 

Frage: Die Blutuntersuchung mussten wir selber zahlen. Werden diese Kosten zukünftig von der TK übernommen?

 

  • TK: Die erste Blutuntersuchung - wenn sie prophylaktisch durchgeführt wird - muss vom Patienten selbst bezahlt werden. Liegt allerdings von vornherein z.B. eine Lockerung in der Hüfte vor, übernimmt die TK die Kosten auch für die erste Blutuntersuchung. Gibt es einen Befund, werden weiterführende Untersuchungen über Ihre Gesundheitskarte abgerechnet.

 

Frage: kann ich als Patient in das Endoprothesenregister einschauen?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Das deutsche Endoprothesenregister ist erst im Aufbau. Daher gibt es in Deutsch noch nichts zu lesen. Das schwedische, norwegische, australische und englische Endoprothesenregister veröffentlichen ihre Jahresberichte in englischer Sprache. Die Register sind über eine Google-Suche leicht zu finden.

 

Frage: Habe 2005 ein Kniegelenk bekommen. 1 Jahr später fing es zu knacken u. immer angeschwollen am 06.07.09 wurde mir dann ein Inlaywechsel links Knie Tep weil zu viel Spielraum war eingesetzt habe Schwierigkeiten beim Treppensteigen und lange Laufen was kann ich noch machen

 

  • Dr. Martin Stockheim: Ihre Schilderung möchten wir gerne zum Anlass nehmen, mit Ihnen persönlich Kontakt aufzunehmen, um diese Frage individuell klären zu können. Bitte wenden Sie sich einfach an das Fachreferat Medizinrecht unter Telefon 040 - 6909 - 3396 oder per E-Mail an christian.soltau@tk.de

 

Frage: Kann man das Fachreferat Medizinrecht auch schriftlich erreichen, damit die Befunde dann geprüft werden können?

 

  • TK: Ja, und zwar unter folgender Adresse: Techniker Krankenkasse, Fachreferat Medizinrechte, Bramfelder Str. 140, 22305 Hamburg oder per E-Mail: behandlungsfehlerbriefkasten@tk.de. Bitte nennen Sie uns unbedingt Ihr Anliegen und Ihre Fragen, wenn Sie uns schreiben.

 

Frage: schmerzen nach ausgewechseltem Hüftschaft meine 1. künstl.hüfte war 4 Jahre befriedigend, das 5. Jahr war schlecht. dann wurde der Schaft ausgewechselt.er war zur Hälfte nicht mehr fest. bei dieser OP wurden Bakterien entnommen u. nach der OP mit Antibiotika evtl. nicht vollständig verheilt.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Ihrer Schilderung zufolge leiden Sie unter einer bakteriellen Entzündung des Hüftgelenkes. Dies bedarf einer patientenindividuellen Beratung. Dies können wir im Chat nicht leisten. Bitte wenden Sie sich an Ihren Orthopäden.

 

Frage: Bei mir wurde von der Klinik, die mir die Hüftkappen implantiert hat, auch eine Szintigrafie vorgeschlagen, diese zeigte keine Lockerung der Hüftkappe, aber sie sind mir bereits im vergangenen Jahr 2 mal herausgesprungen und wurden wieder eingerenkt.

 

  • TK: Da dieses Problem nicht sehr häufig vorkommt, schlagen wir Ihnen vor, sich doch gern direkt an uns zu wenden. Rufen Sie mich entweder unter der Telefonnummer 040 - 6909 - 3396 an oder schreiben Sie eine E-Mail an christian.soltau@tk.de. Ich würde dann zusammen mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

 

Frage: Was für ein Material sollte ein künstliches Hüftgelenk im besten Falle haben?

 

  • Dr. Martin Stockheim: Das kann man so pauschal nicht sagen. Sowohl Hüftprothesen aus Titan als auch solche aus Stahl zeigen gute Überlebensraten. Ob man Stahl oder Titan wählt, entscheidet der Operateur patientenindividuell. Neben dem Material ist die konstruktive Beschaffenheit maßgeblich für die Leistungsfähigkeit des Implantates.

 

Frage: Hallo Dr. Stockheim, ich hatte am 02.11.2010 ein NEUES komplettes Kniegelenk (Gonarthrose re Kniegelenk) ersetzt bekommen und habe mehr Schmerzen als vorher beim Gehen-Treppen steigen und wenn ich aus der Hocke hoch möchte.

 

  • Dr. Martin Stockheim: Ein kleiner Teil der Patienten, die mit Knieendoprothesen versorgt werden, leiden auch nach der Operation noch an starken Kniebeschwerden. Wir bieten Ihnen an, die Frage für Sie noch einmal durch den Medizinischen Dienst prüfen zu lassen. Das weitere Vorgehen würden wir dann mit Ihnen persönlich besprechen. Bitte melden Sie sich doch einfach beim Fachreferat Medizinrecht unter der Telefonnummer 040 - 6909 - 3396 oder per E-Mail an christian.soltau@tk.de

 

Frage: Kann ich von meinem Arzt Kieser eine medizinische Kräftigungstherapie für meinen Rücken nach einem Unfall mit Deckplatteneinbruch am BWK 10 verschrieben bekommen (wird z.B. bei Kieser Training durchgeführt). Danke.

 

  • TK: An den Kosten für ein Kiesertraining kann sich die TK leider nicht beteiligen. Sie haben aber die Möglichkeit, einen Präventionskurs zu besuchen. Hier kann die TK einen Zuschuss zahlen. Sie können online nach Kursen suchen: https://www.tk.de/tk/vorsorge-und-frueherkennen/tk-gesundheitskurse/gesundheitskurssuche/40180.