Nur jeder Fünfte treibt regelmäßig Sport. Zwei von drei Bundesbürgern verbringen ihre Freizeit am liebsten auf dem Sofa. Laut TK-Bewegungsstudie sitzt jeder zweite Berufstätige den ganzen Tag am Computer. Die Folge: Schon heute sitzt sich jeder dritte Deutsche krank - Tendenz steigend.
Weichen werden in der Kindheit gestellt
Kinder sitzen heute durchschnittlich zweieinhalb Stunden am Tag vor Fernseher oder Computer und bewegen sich nur noch halb so viel wie Gleichaltrige vor einigen Jahren. Das bleibt nicht folgenlos. Fünf von sechs Erwachsenen, die in ihrer Kindheit keinen Sport getrieben haben, bewegen sich heute nur selten oder gar nicht. Dagegen haben zwei Drittel derjenigen, die als Kinder viel auf dem Sportplatz waren, auch heute noch Spaß an Bewegung. Die Hälfte von ihnen kann sich sogar "ein Leben ohne Sport nicht vorstellen".
Zu wenig Bewegung mit gravierenden Folgen
Jeder Zweite, der in jungen Jahren inaktiv war, leidet heute unter Rückenschmerzen. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken oder Herz-Kreislaufprobleme zu bekommen, ist bei ihnen doppelt so groß wie bei Menschen mit aktiver Kindheit. Auch psychisch geht es kleinen Sportmuffeln als Erwachsene schlechter: Sie fühlen sich häufiger müde und schlapp, schlafen schlechter und leiden öfter unter Stimmungsschwankungen.
Nahezu jeder fünfte Grundschüler ist übergewichtig
Aufgrund von Bewegungsmangel klagt heute schon jedes dritte Kind gelegentlich über Rückenschmerzen, fast jedes Zweite hat Haltungsschäden und nahezu jeder fünfte Grundschüler ist übergewichtig.
Es ist nie zu spät
Sport hält jung: Je weniger der Körper gefordert wird, um so schneller baut er ab. Wer von klein auf bis ins hohe Alter trainiert, kann lange das Leistungsniveau eines 30-Jährigen aufrechterhalten. Wer in späteren Jahren mit einem Ausdauersport beginnt, kann noch immer die Fitness von etwa 20 Jahre jüngeren Untrainierten erreichen. Regelmäßige Bewegung beugt zudem nicht nur zahlreichen Krankheiten vor, sondern kann auch die Auswirkungen bestehender Leiden deutlich lindern. "Best Ager", die Sport treiben, wirken nicht nur Rückenbeschwerden entgegen - auch Lunge, Herz und Kreislauf bringen sie in Schwung. Wer sich im Alter gelenkig hält und seine Bewegungsabläufe gut koordinieren kann, riskiert zudem weniger Stürze und Verletzungen. Und nicht zuletzt steigert Bewegung auch die geistige Leistungsfähigkeit.
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Autor: Inga Lund, erstellt am 16.04.09; zuletzt aktualisiert von Diplom-Sportwissenschaftler Uwe-Folker Haase am 30.03.11
Quelle: TK

