Der Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff. Er kann in Vollnarkose oder auch in einer Periduralanästhesie (PDA) durchgeführt werden.
Die PDA gehört zur Gruppe der rückenmarksnahen Anästhesieformen. Durch Betäubung der aus dem Rückenmark austretenden Nervenwurzeln, die durch den Periduralraum ziehen, blockiert diese Methode die Wahrnehmung von Schmerzen. Da bei einer PDA - im Gegensatz zur Vollnarkose - das Bewusstsein voll erhalten bleibt, kann die Frau die Geburt besser miterleben und ihr Kind gleich zu sich nehmen. Ein Kaiserschnitt mit einer PDA wird daher von den meisten Frauen als weniger belastend empfunden als unter Vollnarkose.
So wird operiert
Ein Kaiserschnitt durch einen geübten Operateur dauert etwa 30 Minuten. Der Kaiserschnitt wird heutzutage fast immer quer über den Bauch angelegt, etwa zwei Zentimeter oberhalb des Schambeins. Der Schnitt durch die Haut ist acht bis15 Zentimeter lang. Danach durchtrennt der operierende Arzt die unter der Haut liegenden Gewebe bis zur Gebärmutter, also das Fettgewebe, die bindegewebige Hülle, die Muskulatur und das Bauchfell.
Jetzt kann er die Gebärmutter mit einem kleinen Schnitt quer über die Gebärmutter eröffnen. Er öffnet die nun hervortretende Fruchtblase, saugt das Fruchtwasser
ab und nimmt das Kind mit wenigen Handgriffen aus der Gebärmutter. Unmittelbar danach reinigt er die Atemwege des Neugeborenen.
Nach dem Abnabeln übergibt er das Kind der Hebamme und hebt die Plazenta durch die Bauchöffnung heraus. Oft gibt er der Gebärenden zuvor das Hormon Oxytocin, damit sich die Plazenta besser von der Gebärmutter löst. Abschließend verschließt er den Bauchschnitt sorgfältig Schicht für Schicht.
Nach dem Kaiserschnitt
Nach der Operation bleibt die Frau für zwei bis drei Stunden im Aufwachraum. Die Hebamme kontrolliert dann, ob eine verstärkte Nachblutung auftritt, zum Beispiel wegen einer Uterusatonie. Das ist eine Kontraktionsschwäche der Gebärmutter, also die fehlende oder ungenügende Fähigkeit der Gebärmuttermuskulatur, sich nach der Geburt des Kindes und des unvollständig oder vollständig geborenen Mutterkuchens zusammenzuziehen.
Die meisten Frauen sind bereits fünf bis zehn Minuten nach der Vollnarkose ansprechbar. Viele können sich allerdings später an diese unmittelbar folgende Zeit nicht mehr erinnern. Wenn die Medikamente abklingen, kehrt auch das Schmerzempfinden wieder zurück. Wenn nötig, erhält die Frau noch einmal schmerzstillende Medikamente. Bei der Periduralanästhesie ist das meist nicht erforderlich.
Bis die Nachwirkungen der Vollnarkose abgeklungen sind, können mehrere Stunden vergehen. Viele Frauen fühlen sich noch den ganzen Tag über müde und schlapp, manchen ist ein wenig übel.
Partner ist dabei
In vielen Kliniken kann der Partner vor allem bei geplanten Kaiserschnitten mit in den Operationsraum. Klären Sie diese Frage am besten, wenn Sie den Kreißsaal besichtigen.
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.08.11
Quelle: TK-Ärztezentrum