Die Geburtszange besteht aus zwei gebogenen Löffeln aus Metall, die den Kopf des Kindes umfassen.
Nach einer Untersuchung des Muttermundes, der Lage, Einstellung und Stand des Kopfes erfolgt eine lokale Schmerzbetäubung des Dammes und eventuell ein Dammschnitt
.
Nacheinander werden der linke und der rechte Zangenlöffel in die Scheide eingeführt und behutsam um das Köpfchen geschlossen. Der Geburtshelfer tastet vorsichtig nach und macht einen Probezug. Im Rhythmus der Wehen wird das Kind sanft aus dem Geburtskanal gezogen. Nach Erscheinen des Kopfes wird die Zange entfernt und das Kind wird wie bei einer Spontangeburt geboren.
Mögliche Komplikationen beim Kind:
- Druckstellen durch die Zangenlöffel am Kopf des Kindes, die sich nach spätestens ein bis zwei Tagen zurückbilden
- Nervenreizungen mit vorübergehenden Lähmungen des Gesichtsnervs
Mögliche Komplikationen bei der Mutter:
- Verletzung des Geburtsweges wie Risse des Muttermundes oder Weiterreißen des Dammschnittes
- Verstärkte Nachblutungen, weil sich die Gebärmutter nach der Ausstoßung des Mutterkuchens nicht ausreichend zusammenzieht, die Wundfläche (Haftfläche der Plazenta
) nicht verkleinert und die Gefäße verschließt
Vorteile der Zangenentbindung sind, dass sie schnell anwendbar ist und keines apparativen Aufwandes bedarf. Nachteilig sind Komplikationen beim Kind wie Gesichtsnervenausfälle, die aber sehr selten sind.
Autor: Datapharm, erstellt am 17.03.06; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.08.11
Quelle: TK-Ärztezentrum