Vorzeitige Plazentalösung
Die vorzeitige Lösung der Plazenta tritt meist bereits während der Schwangerschaft auf.
Anormale Nabelschnurmündung
Die sogenannte Insertio velamentosa (abnormale Nabelschnurmündung) kommt bei etwa einem Prozent aller Schwangerschaften vor. Dabei setzt die Nabelschnur nicht an der richtigen Stelle der Plazenta an. Beim Blasensprung oder während der Wehentätigkeit kann es daher zu einem Zerreißen wichtiger Versorgungsgefäße des Kindes kommen.
Hinweise auf ein derartiges Ereignis sind starke Blutungen aus der Gebärmutter zum Zeitpunkt des Blasensprungs und Veränderungen im CTG. Trotz starker Blutung aus der Gebärmutter ist der Allgemeinzustand der Mutter meist nicht beeinträchtigt, da das Blut ausschließlich aus kindlichen Gefäßen stammt. Die Beendigung der Geburt erfolgt meist durch einen Kaiserschnitt.
Uterusatonie
Die Uterusatonie ist die häufigste Ursache einer schwerwiegenden Blutung in der Nachgeburtsphase. Hierbei zieht sich die Gebärmutter nach der Geburt nicht ausreichend zusammen. Es kommt zu einem Blutverlust von mehr als 500 Millilitern, nachdem die Plazenta geboren worden ist.
Um eine Kontraktion der Gebärmutter zu erreichen und die Blutungen zu stoppen, werden Wehenmittel verabreicht, eine Eisblase auf den Unterbauch gelegt oder die Gebärmutter von außen mit der Hand zusammengedrückt. Manchmal ist auch eine Akupunkturbehandlung sinnvoll. Meist kommt die Blutung dadurch zum Stillstand. Sehr selten muss eine operative Entfernung der Gebärmutter vorgenommen werden.
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.08.11
Quelle: TK-Ärztezentrum