Bei einem Nabelschnurvorfall befinden sich nach erfolgtem Blasensprung Teile der Nabelschnur vor dem vorangehenden Teil des Kindes.
Dadurch wird die Nabelschnur zusammengedrückt und die Nabelschnurdurchblutung verschlechtert sich. Dies führt zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Kindes.
Der Nabelschnurvorfall ist glücklicherweise eine seltene Komplikation. Er tritt nur bei etwa 0,5 Prozent aller Geburten auf, stellt jedoch für das Kind eine lebensbedrohliche Situation dar.
Besonders gefährlich ist ein Nabelschnurvorfall bei der Schädellage, da hier die Nabelschnur durch den Druck des harten Kopfes fest abgedrückt wird. Es ist daher oft unumgänglich, das Kind durch einen Kaiserschnitt zu entbinden. Begünstigend für die Entwicklung eines Nabelschnurvorfalls sind:
- Querlage
- Beckenendlage
- Mehrlingsschwangerschaft
Tritt in der Schwangerschaft ein unerwarteter Blasensprung vor Beginn der Wehentätigkeit ein, sollte sich die Schwangere unverzüglich mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme in Verbindung setzen. Das abgehende Fruchtwasser
kann die Nabelschnur durch den Muttermund schwemmen und so zu einem Nabelschnurvorfall führen. Bei Gegebenheit einer solchen Gefahr (das Fruchtwasser geht schwallartig ab) ist ein Transport ins Krankenhaus liegend zu erfolgen, weshalb ein Krankenwagen (Feuerwehr) gerufen werden sollte.
Wenn der Kopf des Babys bereits ins Becken eingetreten ist, dichtet dieser die Öffnung meist sehr gut ab. Ein weiterer Abgang von Fruchtwasser wird dadurch verhindert. Während der Nabelschnurvorfall eher selten auftritt, kommt es bei etwa 20 Prozent der Geburten zu einer Nabelschnurumschlingung. Hierbei schlingt sich die Nabelschnur um den Körper oder auch den Hals des Kindes.
Dies ist bei einer Nabelschnurlänge von durchschnittlich 55 Zentimetern nicht verwunderlich. Da die Nabelschnur sehr dehnbar ist und deswegen keine Mangeldurchblutung des Kindes auftritt, erfolgt die Geburt meist auf natürlichem Wege und muss nicht durch einen Kaiserschnitt beendet werden. Bei circa zehn Prozent der Umschlingungen kommt es jedoch zu einer Durchblutungsstörung und einem Sauerstoffmangel des Kindes. In diesem Fall muss ein Kaiserschnitt erwogen werden.
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.08.11
Quelle: TK-Ärztezentrum