In der Schwangerschaft ist Zahnpflege besonders wichtig, damit sich das alte Sprichwort "Jedes Kind kostet einen Zahn" nicht bewahrheitet.
Die hormonellen Veränderungen zu Beginn der Schwangerschaft bewirken eine verstärkte Durchblutung und Auflockerung der Mundschleimhaut. Das Zahnfleisch kann dadurch anschwellen oder leicht bluten. Schädigende Bakterienstoffwechselprodukte können so diesen wichtigen Schutzwall des Körpers leichter passieren, wodurch es zu einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis
) kommen kann.
Zusätzlich leiden viele Schwangere gerade in den ersten Schwangerschaftswochen häufig unter Übelkeit. Das wiederholte Erbrechen greift den Zahnschmelz ebenfalls an. Außerdem tritt zu Beginn der Schwangerschaft verstärkt saurer Speichel auf. All diese Einflüsse wirken ungünstig auf die Zähne.
Schäden können nur durch sehr sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Zahnarzt vermieden werden. Gehen Sie bereits zu Beginn der Schwangerschaft zur zahnärztlichen Kontrolle und nicht erst in der Mitte, wenn bereits Probleme vorhanden sind.
Auch wenn es Ihnen lästig ist, sollten Sie durch diese Maßnahmen auch gerade Zahnfleischentzündungen unbedingt vermeiden. Denn neuere Untersuchungen lassen auf einen Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen und Frühgeburten schließen.
Tipps zur Zahnpflege
- Gerade in der Schwangerschaft sollten Zähne und Zahnfleisch noch gründlicher als sonst gereinigt werden. Ablagerungen zwischen den Zähnen entfernen Sie am besten mit Zahnseide.
- Bis etwa zur 15. Schwangerschaftswoche kann die morgendliche Zahnreinigung Brechreiz erzeugen. Putzen Sie deshalb die Zähne nie mit leerem Magen sondern erst, nachdem Sie eine Kleinigkeit gegessen haben, zum Beispiel einen trockenen Zwieback.
- Verwenden Sie die kleinste Zahnbürste, die zu kaufen ist. Sollte auch damit immer noch ein Würgereiz auftreten, so bestreichen Sie den Zeigefinger mit Zahnpasta und "reinigen" damit die Zähne; notfalls auch ganz ohne Zahnpasta. Erfahrungsgemäß wird in diesem Stadium der Schwangerschaft der eigene Finger weniger als Fremdkörper empfunden.
- Der Zahnschmelz ist nach Erbrechen durch die Magensäure angeraut und gegen die Zahnpasta empfindlicher. Warten Sie deshalb circa 30 Minuten mit dem Putzen. Um den unangenehmen Geschmack zu vertreiben, können Sie den Mund mit lauwarmem Wasser spülen oder einen zuckerfreien Kaugummi kauen.
- Wichtig ist gerade in der Schwangerschaft eine richtige und ausgewogene Ernährung und die Zubereitung der Speisen al dente, denn kräftiges und langes Kauen massiert auf natürlichem Weg das Zahnfleisch.
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 03.05.12
Quelle: Datapharm