Das Kürzel BSE steht für die "Bovine Spongiforme Enzephalopathie". Dabei handelt es sich um eine übertragbare schwammartige Gehirnkrankheit - die nach heutigem Wissensstand immer tödlich endet. Im Jahr 2000 war BSE der Lebensmittelskandal schlechthin.
Die Möglichkeit der Übertragung des BSE-Erregers vom Rind auf den Menschen gilt als nahezu erwiesen. Mit BSE werden vor allem folgende bereits länger bekannte Krankheiten in Verbindung gebracht:
Die Scrapie
Schon seit dem 18. Jahrhundert ist diese Krankheit bei Schafen bekannt. Sie bringt Bewegungsschwierigkeiten sowie starke Verhaltensstörungen mit sich und führt immer zum Tod. Die Infektionsrate ist gering. Zum Teil dauert es mehrere Jahre, bis die Krankheit ausbricht.
Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
Sie wurde bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts beim Menschen diagnostiziert und weist ähnliche Symptome wie Scrapie auf. Erst 1996 entdeckten Wissenschaftler eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Als deren Ursache wird nun - mangels anderer Erklärungen - der Kontakt mit dem BSE-Erreger angenommen. An dieser bis dahin unbekannten Krankheitsform erkranken vor allem junge Menschen.
Wie überträgt sich der Rinderwahnsinn?
Amerikanischen Wissenschaftlern gelang es Anfang der 80er Jahre, einen Zusammenhang zwischen der Scrapie und der Creutzfeld-Jakob-Krankheit aufzudecken: Auslöser der Hirnzerstörung ist danach ein krankhaft verändertes Protein, ein Eiweiß-Molekül, das in normaler Form in jedem Körper vorhanden ist. Dieses Protein wird Prion genannt: "Proteinartiges infektiöses Teilchen".
Die Prione lagern sich an gesunde Proteine an und lässt diese ebenfalls krankhaft mutieren. Ein Prozess, der im Gehirn geschieht und bei dem Nervenzellen abgetötet werden. Dadurch entstehen schließlich die für BSE charakteristischen Löcher im Hirngewebe.
Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt in der Regel vier bis sechs Jahre.
Der BSE-Erreger wurde in Großbritannien wahrscheinlich durch den Verzehr von infiziertem Rindfleisch und Fleischprodukten in der zweiten Hälfte der 80er und zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts auf den Menschen übertragen. Es wird angenommen, dass der BSE-Erreger in Großbritannien durch nicht ausreichend erhitztes Tierkörpermehl im Futter auf die Rinder übertragen wurde.
Die Forschung kann noch immer nicht mit Gewissheit sagen, welcher der Übertragungsweg des BSE-Erregers ist. Neueste Erkenntnisse des Wissenschaftlichen Beirates Bodenschutz der Bundesregierung weisen sogar darauf hin, dass der Erreger über einen langen Zeitraum in Böden überdauern kann. Somit könnten sich die Tiere allein schon beim Grasen gegenseitig infizieren.
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Autor: Diplom-Ökotrophologin Dr. Gunda Backes, erstellt am 11.11.08
Quelle: TK

