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Nitrofen ist ein Pflanzenschutzmittel, das in Tierversuchen Krebs auslösen und zu Missbildungen bei Embryonen führen kann. In der Europäischen Union ist die Anwendung von Nitrofen seit 1988 verboten.

Wie kam Nitrofen ins Essen?

In verschiedenen Biolebensmitteln wie Puten- und Hähnchenfleisch, Putenwurst und Eiern konnten im Jahr 2002 Rückstände von Nitrofen nachgewiesen werden. Ursache war mit Nitrofen belasteter Weizen, der als Geflügelfutter an 120 Biobetriebe in fünf Bundesländern abgegeben wurde. 

 

Der Skandal

Ein niedersächsischer Bio-Putenerzeuger ließ sein Fleisch auf Nitrofen untersuchen und wandte sich mit seinem positiven Befund an die Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF) in Kulmbach, die seine Ergebnisse bestätigte. Das belastete Fleisch wurde umgehend vernichtet und gelangte nicht in den Handel. Auch in den Labors eines Babykost-Herstellers fanden sich bei Routinekontrollen Spuren von Nitrofen. Es wurden keine belasteten Produkte zu Babynahrung verarbeitet.

 

Sind Bioprodukte ein Risiko?

Eine pauschale Verurteilung von Bio-Produkten ist nicht zu rechtfertigen. Alle betroffenen Biohersteller, die das belastete Getreide verfüttert haben, wurden damals gesperrt. Ihre Produkte wurden zurückgezogen. Hersteller und Lebensmitteluntersuchungsämter kontrollieren inzwischen verstärkt auf Nitrofen.

Autor: Diplom-Ökotrophologin Dr. Gunda Backes, erstellt am 11.11.08

Quelle: TK

 
 
 

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