Ernährung ohne Pflanzenschutzmittel
Immer wieder verunsichern Meldungen über Obst, Gemüse und Salate mit erhöhten Pestizid-Werten aus Pflanzenschutzmitteln die Verbraucher. Auch wenn dank besserer Kontrollen und Schutzbestimmungen pflanzliche Lebensmittel heute seltener als früher belastet sind, stehen Verbraucher jedes Mal wieder vor der Frage: "Was tun?"
Pflanzenschutzmittel haben die Aufgabe, Kulturpflanzen wie Getreide, Obst und Gemüse gegen schädliche Einflüsse zu schützen. Herbizide helfen gegen Unkräuter, Insektizide und Akarizide gegen Insekten und Milben, Fungizide gegen Schimmelpilze.
Im Ökolandbau wird weitgehend auf solche Mittel verzichtet, teilweise werden Schädlinge durch natürliche Feinde bekämpft.
So gelangen Pflanzenschutzmittel in die Pflanze
Pflanzenschutzmittel dringen über die Blätter und Wurzeln in die Pflanze ein. Die Aufnahme in die Pflanze ist notwendig, weil manche Wirkstoffe von innen heraus die Schädlinge oder Krankheitserreger bekämpfen.
Nicht alle Pflanzenschutzmittel hinterlassen Rückstände. Manche werden so schnell durch Bakterien oder die UV-Strahlung der Sonne abgebaut, dass sie in den Lebensmitteln nicht auftauchen können. Das Pflanzenwachstum bewirkt zusätzlich, dass der Stoff verdünnt wird. Außerdem wäscht der Regen die Mittel ab. Trotzdem ist es nicht immer vermeidbar, dass Rückstände bleiben.
In der Pflanze lagern sich die Wirkstoffe in den verschiedenen Organen unterschiedlich stark ab. Je nachdem, welchen Teil einer Pflanze wir nutzen, ist die Nahrung mehr oder weniger stark mit Rückständen belastet. So enthalten Samen, zum Beispiel Getreidekörner, oft keine Rückstände.
Tipps für "unbelastetes" Essen
- Kaufen Sie Obst und Gemüse aus der Region. Bevorzugen Sie heimische Produkte. Verzichten Sie auf Weintrauben und Erdbeeren im Winter, denn Obst und Gemüse, das außerhalb der Saison angeboten wird, und importierte Waren sind häufig stark mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet.
- Bevorzugen Sie Bioprodukte. Diese enthalten in der Regel weniger Rückstände.
- Waschen und schälen hilft. Ein großer Teil der unerwünschten Stoffe kann so entfernt werden. Früchte mit einer festen Schale haben an der Oberfläche die meisten Rückstände - daher gut waschen! Weiche, nicht schälbare Früchte wie Trauben und Beeren sollte man gründlich unter fließendem Wasser waschen. Behandelte Zitrusfrüchte sollten vor dem Auspressen immer gewaschen werden, sonst kann ein Teil der Rückstände ins Glas fließen.
Kontrolle für die Sicherheit der Lebensmittel
In Deutschland dürfen nur Lebensmittel verkauft werden, die sicher sind. Zum Schutz des Verbrauchers vor unnötig hohen Rückständen werden Höchstmengen festgesetzt. Sie sind so bemessen, dass selbst bei einer lebenslangen täglichen Einnahme dieses Stoffes nach heutigem Ermessen kein erkennbares Risiko besteht.
Dass die Höchstmengen nicht überschritten werden, ist die Aufgabe der Landwirte, Gemüsebauern, der weiterverarbeitenden Industrie und der Händler. Alle haben im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht regelmäßig zu prüfen, ob die angebotene Ware den rechtlichen Vorgaben entspricht.
Staatliche Stellen kontrollieren den Handel. Die amtliche Lebensmittelüberwachung testet mit Hilfe von Stichproben, ob die Verantwortlichen ihren Verpflichtungen nachkommen. Überschreitet ein Produkt die vorgeschriebene Höchstmenge, hat der Verantwortliche mit Strafen zu rechnen. Im schlimmsten Fall muss das Produkt vom Markt genommen werden.
Fazit: Unsere Lebensmittel waren nie sicherer als heute, auch wenn regelmäßige Meldungen in den Medien bei dem ein oder anderen Verbraucher einen gegenteiligen Eindruck erwecken. Das Risiko für Gesundheitsschäden durch Pflanzenschutzmittel-Rückstände ist äußerst gering.