Untermenü

Ernährung

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Ernährung . > Sichere Lebensmittel . > Radioaktiv belastete Lebensmittel

Inhaltsbereich

Fisch im Netz

Sind Lebensmittel aus Japan für Verbraucher in Deutschland gefährlich?

Artikel vorlesen
 

Sushi, also roh zubereiteter Fisch, grüner Meerrettich (Wasabi), grüner Tee, getrocknete Pilze, Ingwer, Algen und Soja-Saucen sind beliebte japanische Spezialitäten. Um zu vermeiden, dass belastete Lebens- und Futtermittel aus Japan hier in Restaurants und Handel angeboten werden, hat die Europäische Union ein Importverbot für Lebensmittel ausgesprochen, wenn diese bestimmte Grenzwerte überschreiten. Zuletzt wurde dieses Importverbot bis zum 31. März 2012 verlängert.

Lebens- und Futtermittel aus den vom Reaktorunglück in Japan betroffenen Regionen dürfen in Deutschland nur eingeführt werden, wenn sie in Japan zuvor vollständig kontrolliert und zertifiziert wurden. Bereits vor der Verladung muss sichergestellt sein, dass die Waren keine überhöhte Strahlenbelastung aufweisen.

 

In Deutschland werden die Waren von den zuständigen Länderbehörden und vom Zoll, der unterstützend tätig ist, nachkontrolliert.

 

So hat die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz zum Beispiel bis Ende Februar 2012 insgesamt 280 Lebensmittelproben aus Japan auf radioaktive Stoffe hin überprüft. Davon enthielten zwölf radioaktives Cäsium, insbesondere grüner Tee, der in der Provinz Shizuoka angebaut wurde. Die Radioaktivität lag aber unter den bestehenden Grenzwerten.

 

Auch bekannte Hersteller von Tiefkühlkost, zum Beispiel von Fischstäbchen, haben sich zu Eigenkontrollen verpflichtet, die sie im Internet veröffentlichen.

 

Da kontaminiertes Wasser, das zur Kühlung in die Anlage gepumpt wurde, in Fukushima teils absichtlich, teils versehentlich noch lange Zeit später in den Pazifik geflossen ist, wurde das Meerwasser vor der Küste stark radioaktiv verseucht.

 

Bei Fischen vor Japans Küsten wurden durch Untersuchungen von mehr als 2.200 Proben immer wieder Grenzwertüberschreitungen (mehr als 500 Bq radioaktives Cäsium) festgestellt: Vier Prozent der Salzwasserfische (zum Beispiel Flunder oder Grünling), drei Prozent der Muscheln und Krabben, 15 Prozent der Algen (zum Beispiel Wahme, Hijiki oder Arame) oder zehn Prozent der Süßwasserfische enthielten zu viel Radioaktivität. Diese Lebensmittel durften nicht verkauft werden.

 

Es stand zu befürchten, dass das verseuchte Meerwasser 2.500 km weiter in die Bering-See bei Russland getragen werden würde, wo große asiatische und russische Fangflotten unterwegs sind. Von dort kommen Alaska-Seelachs, Seeteufel und Kabeljau und auch Wildlachs.

 

Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels haben im Februar 27 Proben (Alaska-Seelachs, Wildlachs, Rogen von Wildlachs, Kabeljaufilet und Tintenfischtuben) aus den gefährdeten Fanggebieten im Nordpazifik – also nicht nur Russlands, sondern auch Alaskas, Chinas und der USA untersucht. Alle waren unbelastet.

 

Diesen Untersuchungsergebnissen zufolge ist davon auszugehen, dass sich die radioaktiven Partikel auf ihrem Weg in den Pazifik so sehr verdünnt haben, dass dort keine nachweisbare radioaktive Verstrahlung des Meerwassers festzustellen ist. Was die Partikel in den Organismen selbst in geringer, stark verdünnter Konzentration hervorrufen, lässt sich allerdings derzeit nicht sagen.

Mehr zum Thema

Medizin & Gesundheit Linktipps
Radioaktivität Bundesamt für Strahlenschutz

erstellt am 22.03.11; zuletzt aktualisiert von Katrin von Bechtolsheim am 21.03.12

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

 
 
 

Impressum und Hilfe