Nicht alle Bioprodukte sind gleich gut, und eine verschrumpelte Ökomöhre enthält nicht unbedingt mehr Vitamine als eine knackige, konventionell angebaute Möhre. Doch in die Beurteilung von Ökoprodukten fließt noch mehr ein als die selbstverständlichen Kriterien wie Frische und Appetitlichkeit. Worin besteht der grundsätzliche Qualitätsunterschied zwischen biologisch erzeugten Lebensmitteln und konventionell hergestellten Produkten?
Brot
Die Qualität vieler konventioneller Backwaren lässt zu wünschen übrig. So enthält Weißbrot außer Kalorien nur noch wenige Vitamine und Mineralstoffe. Experten befürchten zudem, dass die bei der Teigbereitung vielfach verwendeten synthetisch erzeugten Hilfsstoffe für die wachsende Zahl von Allergien mitverantwortlich sein könnten. Biobäcker stellen Brote, Brötchen und Kuchen mit möglichst naturbelassenen Zutaten her. Deshalb bieten sie vor allem Vollkorn-Produkte an. Als Hilfsmittel verwenden sie zum Beispiel Biohefe oder weinsteinsaures Backpulver.
Gemüse und Obst
Wer bei Gemüse und Obst auf Bioqualität achtet, muss sich um Belastungen zum Beispiel durch chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel oder hohe Nitratwerte keine Sorgen machen. Nicht nur die Aufzucht von Biogemüse, auch das Saatgut unterliegt strengen Kontrollen. Umweltfreundliche Anbaumethoden und ausreichend Zeit zum Wachsen und Reifen sind das Geheimnis des intensiven Geschmacks von Biogemüse und -obst.
Käse und Milch
Das Besondere an Biokäse ist vor allem die Qualität des Rohstoffs Milch. Denn die Art des Futters - frisches Gras beziehungsweise hofeigenes Futter wie Heu oder Silage - und die artgerechte Haltung der Tiere machen sich auch im Aroma der Milchprodukte bemerkbar. Zudem ist Biokäse keine rasch gefertigte Einheitsware, sondern hat eine natürlich lange Reifezeit hinter sich. Dabei wird entsprechend der EU -Öko-Verordnung auf Hilfs- und Zusatzstoffe verzichtet. Außerdem legen viele kleine Käsereien besonderen Wert auf handwerkliche Traditionen und sorgen so für Abwechslung und regionale Spezialitäten.
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Autor: Sabine Keller, erstellt am 18.04.05; zuletzt aktualisiert von Diplom-Ökotrophologin Dr. Gunda Backes am 10.11.08
Quelle: aid, DGE, www.bio-siegel.de, www.oekolandbau.de, www.was-wir-essen.de

