Genauso weit verbreitet wie schmerzhafte Verspannungen, Hexenschuss und Ischias sind falsche Vorstellungen über die Ursachen und den richtigen Umgang mit Rückenbeschwerden.
So meinen viele Rückenschmerz-Patienten, dass sie sich schonen müssten, die Wirbelsäule immer schön gerade halten und vor allem keine falsche Bewegung machen dürften, um ihren Rücken nicht zu schädigen.
Die meisten Menschen glauben, ein Bandscheibenvorfall sei gefährlich, und dass Personen, die im Beruf schwer heben müssen, sich fast unausweichlich ein Rückenleiden einhandeln.
Es gibt keine falschen Bewegungen
Mittlerweile weiß man jedoch, dass es keine "falschen" Bewegungen gibt. Ob eine Bewegung schmerzhafte Folgen hat, hängt davon ab, wie belastbar der Körper gerade ist. Statt sich zu schonen, sollte man sich möglichst vielfältig bewegen, die persönliche Belastungsgrenze herausfinden und behutsam erweitern.
Das Tragen schwerer Lasten kann dem Rücken zwar schaden, doch Möbelpacker sind unter Patienten mit chronischen Rückenbeschwerden eher unterrepräsentiert. Viele Studien haben dagegen nachgewiesen, dass es neben dem verbreiteten Bewegungsmangel vor allem die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sind, die schmerzen.
Selbst ein Bandscheibenvorfall ist in der Regel kein Grund zum Fürchten. Bandscheibenschäden heilen in den meisten Fällen auch ohne Therapie aus und hinterlassen keine bleibenden Schäden.
Autor: Sabine Keller, erstellt am 14.04.09; zuletzt aktualisiert von Diplom-Sportwissenschaftler Uwe-Folker Haase am 04.07.11
Quelle: Das Rückenbuch - Aktiv gegen Schmerzen, Universität Lübeck, Deutsches Grünes Kreuz