Durch körperliches Training erfahren Patienten, dass es trotz Schmerzen möglich ist, aktiv zu sein und etwas zu leisten. Diese Erfahrung lässt sich auch auf den Alltag übertragen. Bewegung kann zudem vom Schmerz ablenken und somit helfen, die Beschwerden besser zu bewältigen.
Die schmerzabschwächende Wirkung von Bewegung beruht auf mehreren Faktoren:
Stimulation der Bewegungsrezeptoren
Kann sich hemmend auf die Schmerzwahrnehmung auswirken. Die Patienten erleben, dass Bewegung und Aktivität Schmerz lindern kann.
Aufbrechen des Schonverhaltens
Die Verstärkung des Schmerzes durch Schonverhalten und Inaktivität wird verhindert.
Emotionale Aufrichtung
Körperliches Training lenkt von Schmerz ab und wirkt antidepressiv. Durch das positive Erleben der eigenen körperlichen Fähigkeiten wird der Patient emotional aufgerichtet und stabilisiert.
Normalisierung des Schlafverhaltens
Training und Bewegung bewirken eine angenehme Ermüdung. Das bei Schmerzen oft gestörte Schlafverhalten kann sich dadurch normalisieren.
Eigenverantwortliches Handeln
Der Patient hat das Gefühl, den Schmerz durch eigenverantwortliches Verhalten kontrollieren und beherrschen zu können. Dies führt zu einem positiven Effekt auf Selbstbewusstsein und Schmerzbewältigung.
Wohlbefinden und Entspannung
Das Erleben von Wohlbefinden, Entspannung und Schmerzminderung nach dem Training wirkt sich positiv auf den Patienten aus.
Psychosoziale Unterstützung
Beruht vor allem auf der positiven Gruppendynamik innerhalb der Trainingsgruppe. Die Teilnehmer können sich in Gesprächskreisen über ihre Sorgen und Ängste austauschen.
Autor: Sabine Keller, erstellt am 01.08.05; zuletzt aktualisiert von Diplom-Sportwissenschaftler Uwe-Folker Haase am 05.07.11
Quelle: Universität Lübeck, Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten e.V.