Schmerzen gelten als chronisch, wenn sie über mehr als drei Monate andauern. Während der Akutschmerz als wichtiges Warnsignal des Körpers auf eine Verletzung oder Erkrankung hinweist, löst sich der chronische Schmerz von einer ursprünglich bestehenden Schmerzquelle ab und wird selbst zur Krankheit.
Chronische Schmerzen können einen Betroffenen körperlich und seelisch zermürben.
Da chronische Schmerzen auf die übliche symptomatische Therapie nicht gut ansprechen, erfordert ihre Behandlung ganz andere Ansatzpunkte. Im Vordergrund steht dabei nicht in erster Linie die Schmerzlinderung, sondern die Schmerzbewältigung - das heißt, die Patienten lernen, mit ihren Schmerzen anders umzugehen und auf diese Weise ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.
Teufelskreis Rückenschmerz
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Verbesserung der Körperwahrnehmung und Beweglichkeit, denn die meisten chronischen Schmerzpatienten bewegen sich aus Angst vor Schmerzen kaum noch und geraten dadurch in einen Teufelskreis aus Bewegungsmangel, Muskelschwäche und Schmerzverstärkung.
Bei der Behandlung chronischer Rückenschmerzen spielt die Aktivierung des Patienten eine zentrale Rolle. Die wichtigsten Elemente der Therapie sind:
- Aufklärung über die Schmerzerkrankung, Verhaltenstraining zur Schmerzbewältigung
- Krankengymnastik
- Muskeltraining, Verbesserung der Beweglichkeit und regelmäßiges Bewegungsprogramm
- Entspannungsverfahren
erstellt am 01.08.05; zuletzt aktualisiert von Diplom-Sportwissenschaftler Uwe-Folker Haase am 05.07.11
Quelle: Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten e.V.