Eine Operation kann notwendig werden, wenn akute Verletzungen beispielsweise als Folge eines Unfalls vorliegen, neurologische Störungen wie Lähmungen oder Gefühlsstörungen auftreten oder starke Schmerzen trotz konservativer Behandlung über Wochen andauern.
Die häufigste Operation bei Rückenbeschwerden ist die Bandscheibenoperation. Doch auch bei Bandscheibenschäden steht die operative Therapie erst am Ende aller Behandlungsversuche, und zwingend notwendig wird eine Operation nur bei etwa zwei Prozent der Patienten mit Bandscheibenschäden.
In Ruhe abwägen
Das Für und Wider einer Operation kann außer im seltenen Notfall gemeinsam mit dem Arzt in Ruhe abgewogen werden. Die meisten Bandscheibenschäden heilen zwar mit der Zeit von selbst aus, eine Operation kann aber unter Umständen schneller von quälenden Schmerzen befreien als eine konservative Behandlung. Es hängt in erster Linie von der Stärke der Beschwerden ab, ob das Risiko eines Eingriffs gerechtfertigt scheint.
Eine Operation ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn eine eindeutig lokalisierte Ursache der Beschwerden vorliegt, die chirurgisch behoben werden kann - wie zum Beispiel vorgefallenes Bandscheibengewebe, das auf eine Nervenwurzel drückt.
Bei Rückenbeschwerden, die zum Beispiel durch Muskelverspannungen, einseitige Belastungen und Bewegungsmangel entstanden sind, kann auf Dauer nur ein regelmäßiges ausgleichendes Muskel- und Bewegungstraining eine Besserung bewirken. Veränderte Strukturen, die sich durch eine Operation korrigieren lassen, gibt es in diesen Fällen nicht.
Ziele einer Operation
- Schmerzausschaltung durch Entlastung der austretenden Nerven (zum Beispiel mittels Entfernung des Bandscheibenmaterials oder Erweiterung des Wirbelmarkkanals),
- Verhinderung eines erneuten Wiederauftretens der Schmerzen,
- Erhaltung oder Wiederherstellung einer belastbaren Wirbelsäulenfunktion, zum Beispiel durch eine Stabilisierungsoperation
Für den dauerhaften Erfolg einer Operation ist eine aktive und gezielte physiotherapeutische Rehabilitation, verbunden mit der Bereitschaft des Patienten zu einem regelmäßigen persönlichen Bewegungsprogramm, eine entscheidende Voraussetzung.
erstellt am 03.08.05; zuletzt aktualisiert von Diplom-Sportwissenschaftler Uwe-Folker Haase am 05.07.11
Quelle: Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten e.V.