Wenn Kinder Schmerzen haben, brauchen sie adäquate Hilfe. Der Raum für Eigeninitiative ist gering. Anders bei Schlafstörungen, Eltern können ihren Kindern helfen.
Wenn die Kleinen Schmerzen haben
Schmerzmittel, die Erwachsene hin und wieder in Eigenregie anwenden, eignen sich für Kinder nicht. Schon eine Kopfschmerztablette, wie etwa ASS bei Kindern, kann fatale Folgen wie das Reye-Syndrom haben, eine akute krankhafte Veränderungen der Hirnrinde, der Stammganglien und des Hirnstamms mit zahlreichen minderdurchbluteten Herden und Hirnödemen und gleichzeitiger Leberverfettung.
Hat ein Kind Schmerzen, ist es wichtig, die Ursache herauszufinden. Dies ist ohne ärztlichen Rat oft schwierig. Viele Kinder können den Schmerz noch nicht lokalisieren und klagen über Bauchweh, selbst wenn der Kopf schmerzt.
Wenn die Schmerzursache bekannt ist, bekommen Sie unter Umständen über Ihren Arzt kindgerechte Schmerzmittel, die Sie vorübergehend verabreichen können.
Leichte Schmerzen, lassen sich durch lokale Mittel lindern:
Schmerzen beim Zahnen - gekühlte, aber nicht eingefrorene Beißringe anbieten.
Bauchschmerzen - feuchtwarme Umschläge (siehe unter Magen & Darm), Wärmflasche oder Kirschkernkissen auf den Bauch legen, aber nur, wenn es angenehm für das Kind ist.
Blähungen, gerade bei Säuglingen - kreisende Bauchmassage mit handwarmen Öl; im Po Fieber messen, durch den Reiz des Thermometers lösen sich die Gase.
Prellungen, Verstauchungen - Kühlpads, aber bitte nicht eingefroren, anbieten; Extremität hochlagern.
Halsschmerzen - einen Kartoffelwickel anlegen und mit warmen Kräutertees gurgeln (siehe unter Erkältungen)
Ohrenschmerzen - einen Zwiebelwickel anlegen (siehe unter Erkältungen)
Schlafen
Immer mehr Kinder leiden unter Schlafstörungen. Dies bestätigt auch eine Untersuchung der Uni- und Kinderklinik in Köln. So leiden bereits zehn bis 15 Prozent der Kinder im Grundschulalter an Schlafproblemen. Fast 40 Prozent haben gelegentlich oder häufig Albträume.
Einschlafhilfen - Tipps für Eltern
- Vermeiden Sie übermäßige akustische und optische Reize (wie Fernsehen) vor dem Zubettgehen.
- Etablieren Sie Rituale wie Vorlesen oder ein Gespräch über die Tageserlebnisse, das kann das Schlafen unterstützen.
- Achten Sie auf regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten.
- Über die Zeit des Zubettgehens sollten generell die Eltern bestimmen. Jedoch darf das Bett keine Erziehungsmaßnahme oder Strafe sein.
- Lassen Sie Ihr Kind schon früh in seinem eigenen Bett (ein-)schlafen.
- Vermeiden Sie koffeinhaltige Getränke und schwere Mahlzeiten abends.
- Bewegen sich die Kinder ausreichend am Tag, sind sie abends angenehm erschöpft und schlafen besser.
- Anregende Aktivitäten beim Aufwachen in der Nacht vermeiden.
- Bei länger anhaltenden Schlafstörungen sollten Sie mit Ihrem Kind einen Arzt aufsuchen. Schulstress, Familienkonflikte, Lärm vor dem Kinderzimmer, Angst vor der Dunkelheit oder auch Ursachen wie Atemwegserkrankungen sind mögliche Gründe.
Auch Eltern benötigen dringend erholsamen Schlaf. Achten Sie darauf, dass Sie selbst ausreichend Schlaf erhalten.
Vorsicht!
Ohne ärztlichen Rat sind Schlafmittel - auch rezeptfreie - nichts für Kinder.
Bei allen Erkrankungen ist genügend Schlaf wichtig. Der Körper und besonders das Immunsystem brauchen ihre Zeit, um sich zu regenerieren. Das Kinderzimmer sollte insgesamt nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt und gut belüftet sein.
Autor: Susanne Holthausen, erstellt am 05.09.03; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 07.10.11
Quelle: www.kinderaerzteimnetz.de